Kulturschock
Ab Frühjahr in Dortmund: Museum für Heimcomputer zeigt die Geschichte eines Hobbys
Der Daddelkisten Urgroßmutter (hier im Computerspielmuseum in Berlin): Die 1972 erschienene Magnavox Odyssee konnte im Prinzip nur drei Bildpunkte darstellen, für den Rest der Grafik mussten „analoge“ Spielfelder herhalten.      Foto: mar

Manchen leuchten die Augen, wenn sie Spielfiguren sehen, die aus 128 Pixeln bestehen. Jedes zweite Indie-Spiel setzt heute auf Pixelgrafik und die Tauschbörsen für alte Computer und Spielekonsolen werden auch immer zahlreicher. Grund genug, ein Museum für die Geschichte der digitalen Vergnügungen in diesem Frühjahr zu eröffnen. Das Binarium zeigt die Geschichte unserer digitalen Kultur.

„Deadpool“: Rangeln und quatschen mit dem Publikum
Räkelt sich lasziv auf einem Bärenfell vorm Kamin: Was Superhelden nach Feierabend so tun. Bildquelle: Twentieth Century Fox

Seine Krebsdiagnose veranlasst Söldner Wade Wilson (Ryan Reynolds) dazu, sich auf ein mysteriöses Experiment einzulassen, das ihn entstellt. Vorher hätte Deadpool ein Calvin-Klein-Model sein können, doch wurde er durch sein Wagnis hässlich „wie eine Avocado, die Geschlechtsverkehr mit einer älteren Avocado hat“ oder „wie ein Hoden mit Zähnen“. Das Dramatische daran: Deadpool hat Angst, vor seiner Freundin die Hosen herunter zu lassen.

Internationales Miteinander prägte polnische Woche
Improvisieren in drei Sprachen: interkulturelles Spiel im KuCaf.          Foto: kac

Improvisationstheater mit einem Ensemble, das sich nicht eine Muttersprache teilt, funktioniert. Das bewies am Freitag, den 12. Februar, das deutsch-polnische Impro-Theater-Projekt von Boskop im KulturCafé.

Kunstakademie Münster: KünstlerInnen luden zur Ausstellung ihrer Werke ein
Ungewöhnliche Position: In dieser Klasse ragen die Leinwände in den Raum hinein. Foto: tims

Der Rundgang 2016 der Kunstakademie Münster verwandelte den Leonardo-Campus vom 3. bis 7. Februar in eine riesige Ausstllungsfläche mit Festivalatmosphäre. Neben klassischer Malerei wurden aktuelle Tendenzen der Alltagsästhetik und der Trashkultur thematisiert. Abgerundet wurde die Veranstaltung mit der Comedy-Show „THE 3RD thing“, einem Stand-Up-Comedy-Programm, das sich mit der aktuellen Flüchtlingsdebatte einmal anders auseinandersetzt – und überzeugt.

„Hateful Eight“: Verhasste Kopfgeldjäger in der Eiswüste
Gut oder böse; oder nur böse? Grafik: Rayukk, wikimediea commons (CC-BY-SA-4.0)

Nach „Django Unchained“ liefert Quentin Tarantino einen weiteren fesselnden Western ab. In gewohnter Manier bietet er den ZuschauerInnen einen ungewöhnlichen Ritt in eine Welt voller Gewalt, brillanter Dialoge und exzentrischer Figuren. Nach etwa 24 Jahren findet der Regisseur mit seinem achten Werk zu seinen Wurzeln zurück: „Hateful Eight“ entpuppt sich als Wild-West–Version von „Reservoir Dogs.“

Poetry Slam im Riff: Nicht nur zum Lachen
Finalisten bei der Preisübergabe: Torben Schulte, Andreas Weber, Sven Hensel und Gewinner Micha-El Goehre. Foto: alx

Das Riff zog am 8. Februar acht SlammerInnen aus Nordrhein-Westfahlen auf seine Tanzfläche, die für das Publikum bestuhlt wurde. Micha-El Goehre, der vor kurzem den Dortmunder Bier-Slam für sich entscheiden konnte, schaffte es auch diesmal, das Publikum von seiner Darbietung zu überzeugen.

Comedy mit Özcan Cosar und Poetry Slam: Ausverkaufte Events
Volle Hütte: Über 1.500 ZuschauerInnen wollten sich die Show des türkischstämmigen Comedians Özcan Cosar nicht entgehen lassen. Neben Ethno-Comedy gab es Breakdance-Ballett-Crossover-Einlagen. Foto: alx

Viel bewegte sich vergangene Woche. Zwei Kulturveranstaltungen zogen über 1.500 Kleinkunstbegeisterte an die RUB – und das abends nach Vorlesungsende.

Kleinkunststätten an der RUB bis auf den letzten Platz gefüllt
Mit Bier und Gesellschaftskritik zum Sieg: Rainer Holl entschied den Campus Slam im KulturCafé für sich. Foto: alx

Die Vorverkaufskarten der Solo-Show „Du hast dich voll verändert“ von Özcan Cosar waren innerhalb eines Tages vergriffen, die Schlange an der Abendkasse war lang. So war das Audimax mit circa 1.500 ZuschauerInnen am vergangenen Mittwoch proppenvoll – und die Show kam auch gut an, sodass sich das Warten gelohnt haben dürfte. Am darauffolgenden Tag fand der zweite Campus Slam des Semesters statt, der das Publikum im ebenfalls ausverkauften KulturCafé genauso überzeugte wie sein großer Bruder im Audimax.

Düsseldorfer Studierende präsentieren ihre Semesterarbeiten
Detailgetreu gemalt: Über einen Meter große Hanfpflanzen zierten die Kunstakademie Düsseldorf. Foto: kac

Die Kunstakademie unserer Landeshauptstadt ist im Umbruch. Die Bildhauer Kiecol und Rebecca Warren gehen nach diesem Semester und die  Lehrstühle der BildhauerInnen Rosemarie Trockel, Tony Cragg und Richard Deacon werden demnächst ausgeschrieben. Unter dieser traurigen Nachricht musste der Rundgang vergangene Woche jedoch nicht leiden. Die klassische Form von Malerei oder Fotografie ist fast verdrängt, die Studis suchen nach Alternativen und toben sich aus.

„Festung Europa“: Tom Lanoyes Stück gibt Rätsel auf
Festgesessen: Politisch inkorrekte Dialoge dienen bei  „Festung Europa“ der Provokation. Foto: kac

Die Leiterin der Studiobühne des Musischen Zentrums, Karin Freymeyer, möchte mit einem Stück des belgischen Autors Tom Lanoye ein politisches Statement setzen. Die Studiobühne will sich damit den europäischen Krisen zuwenden. In „Festung Europa“ wird der Frage nachgegangen, wie der vielbeschworene Zusammenhalt der Menschen gesteuert werden soll, wenn Angst vor Entindividualisierung und Vorurteile noch immer den Kontinent beherrschen.

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