Auf Linie

Der Medienwissenschaftler Uwe Krüger von der Uni Leipzig hat in einer Studie die Verflechtung von Top-Journalisten und gesellschaftlichen Eliten untersucht. In seinem Buch „Meinungsmacht“ (Herbert von Halem Verlag) entwickelt Krüger ein theoretisches Modell, das von der These ausgeht, dass Leitmedien die Grenzen der Elite-Diskurse nicht überschreiten oder kritisch hinterfragen. Er belegt seine Analyse empirisch, indem er die Netzwerke von 219 leitenden Redakteuren deutscher Medien untersucht und die vielfältigen Verflechtungen zwischen Journalismus und Eliten aufzeigt. Die Darstellung rüttelt am Bild des unabhängigen und nur der Wahrheit verpflichteten Journalismus als Korrektiv von Politik und Wirtschaft bzw. als „Vierte Macht“ im Staate.