Vermehrung durch Mutation

Forschung. Einem Forscher*innenteam mit Wissenschaftler*innen der Ruhr-Uni gelang es erstmals ein widerstandsfähiges Zellkulturmodell für Hepatitis-E-Viren zu erarbeiten. Hierbei kooperierte unter anderem Prof. Eike Steinmann, Inhaber des Lehrstuhls für Molekulare und Medizinische Virologie an der RUB, mit einem Team aus dem Institut für Experimentelle Virologie des Twincore-Zentrums für Experimentelle und Klinische Infektionsforschung in Hannover. Dem Forschungsteam gelang es, ein Zellkulturmodell zu entwickeln, das etwa 100-mal so viele infektiöse Viruspartikel produziert wie alle vorherigen Modelle. Steinmann erklärt, dies mache den Virus jetzt wissenschaftlich erforschbar. Bisher sind Untersuchungen wenig erfolgreich gewesen, was daran lag, dass es kein Modell gab, das die infektiösen Viruspartikel in ausreichend hoher Menge produziert hätte, um ein reproduzierbares Resultat zu erzeugen. Die Forscher*innen entdeckten eine Mutation in dem Virus, dass die Vermehrung erheblich verstärkt. Diese Mutation wurde den bisher genutzten Zelllinien zugefügt. So konnte die bisherige Viruspartikelproduktion bis zu verzehnfacht werden. Durch besondere Bedingungen und spezielle Nährmedien konnte sogar ein 100-mal höheres Resultat erzielt werden. „Wir können jetzt infektiöse Viren in fast unbegrenzter Menge für die Forschung produzieren und müssen nicht auf Virusisolate aus Patienten zurückgreifen“, erklärt Dr. rer. nat. Daniel Todt, der als Postdoc an Steinmanns Lehrstuhl arbeitet.

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