Rückenmark bestimmt Händigkeit

Forschung: Anders als bisher gedacht, wird die Rechts- oder Linkshändigkeit womöglich nicht durch das Gehirn bestimmt, sondern durch das Rückenmark. Das fand das Forschungsteam um Privatdozent Dr. Sebastian Ocklenburg, Judith Schmitz und Prof. Onur Güntürkün an der RUB heraus. Sie vermuten, dass Asymmetrien im Rückenmark für die Präferenz der rechten oder linken Hand verantwortlich sein könnten. 

Seit den 80er Jahren ist bekannt, dass sich die Händigkeit bereits im Mutterleib abzeichnet; neu ist jetzt, dass sie nicht durch die unterschiedliche Genaktivität im Gehirn bedingt wird. „Die Ergebnisse verändern unser Verständnis über den Ursprung hemisphärischer Asymmetrien fundamental“, so die BiopsychologInnen. Die Ursache für die Asymmetrie vermuten die ForscherInnen in Umwelteinflüssen, die sich epigenetisch abzeichnen. Diese können dazu führen, dass sich Methylgruppen an die DNA heften und die betroffenen Gene weniger abgelesen werden. Je nach Verteilung sind die Gene im rechten und linken Rückenmark unterschiedlich aktiv.

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