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Die Netflix-Miniserie When they see Us ist nichts für den seichten Serienabend. Die vierteilige Serie basiert auf einem wahren Gerichtsfall von 1989 bei dem fünf Jugendliche im Alter von 14 bis 16 Jahren wegen Vergewaltigung einer Joggerin im Central Park zu Unrecht verurteilt wurden. Wut, Ohnmacht und Fassungslosigkeit machen sich während des Schauens breit. Der erste Teil beschäftigt sich vor allem mit der Fallbeschreibung und der Polizeiarbeit, die unbedingt Täter sucht und daher die Schüler zu falschen Geständnissen zwingt. Teilweise wurden die Teenager, vier sind afroamerikanisch, einer hispanisch, ohne Eltern und fast zwei Tage ohne Essen und Schlaf auf dem Polizeirevier vernommen. Leider zu gut ist die Darstellung der Beziehung zwischen der Polizei und afroamerikanisch sowie hispanischer*n Bürger*innen. Ein ängstliches Kuschen vor den Polizeibeamt*innen ist wahrzunehmen – besonders als ein Vater seinem Sohn geradezu zu einem gefaktem Geständnis anfleht, da er die „korrupte“ Polizeiarbeit vorausahnt und sagt: „Die schrecken nicht davor zurück, uns anzulügen, uns einzusperren, uns umzubringen.“      

  :sat

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