:bszank – Die Glosse

Sie weinen und sind irritiert: Männer. Auf Zeitungsportalen und in Kommentaren zum Thema Weinstein, Hoffmann & Co. – vereinigt durch die virale Solidarisierung #metoo – offenbaren sie die plötzliche Verunsicherung. Mit Hashtags wie #IHave oder #HowIWillChange zeigen Männer – jedenfalls ein Teil – , dass sie das Thema nicht auf die leichte Schulter nehmen. Sie stellen damit aber ihre eigene Person in den Mittelpunkt und kommen einem scheinbaren Aufmerksamkeitsdrang nach. Das Opfer: Mann.

Die, die sich der Hashtag-Manie entziehen, kommen allerdings aggressiver daher. Aufregung darüber, dass die Belästigten doch hätten sofort reagieren müssen und nicht erst nach Jahren an der „sinnlosen“ Aktion teilnehmen sollen. Ebenso wird die Witterung einer Anti-Mann-Kampagne aufgenommen. Bullshit. Mit diesem Verhalten wird die Verantwortung der/dem Betroffenen gegeben. Es gibt zu viele Gründe, warum sich Leidtragenden erst nach Jahren gegen Sexismus zu Wort melden. Bei den ganzen Aufregern darf aber das Ziel nicht verloren gehen: Sexismus und der Umgang damit.         

:sat

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