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Dass das Make-Up-Design und Hairstyling bei Vice bemerkenswert sind, wurde in den vergangenen Wochen zu genüge angemerkt. Nicht zuletzt durch den Gewinn der zugehörigen Kategorie bei den Academy Awards. Weniger häufig kommt zur Sprache, wie sehr der Film über George W. Bushs Vizepräsidenten und Administrations-Mastermind Dick Cheney auch durch sein Storytelling und die Darstellung des skrupellosen Politikers heraussticht. Denn anstatt eine schlichte Biographie zu erzählen, verwendet Regisseur Adam McKay ungewöhnliche Erzählmittel, durchbricht die vierte Wand und spickt den Film mit inszenatorischen Elementen wie der Einbettung historischer Aufnahmen, die im einen Moment humoristisch und im anderen Moment unerwartet schockierend sind. Dick Cheney, gespielt von Christian Bale, wird dabei nicht als missverstandene Figur gezeigt, sondern als reueloser Strippenzieher und Kriegsverbrecher. Auch ist der Film trotz der Einbeziehung vieler in Europa unbekannten Persönlichkeiten und Gegebenheiten der US-Politik leicht verständlich und trotz einiger Längen unterhaltsam.

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