Kolumne

Blüte: Ein unverzweigter Kurzspross mit begrenztem Wachstum, beziehungsweise der sich in vielerlei Form und Farbe herausbildende Teil einer Pflanze, der Samen und Frucht hervorbringen soll. Kann auch einen hohen Entwicklungsstand beschreiben, etwa eine wirtschaftliche Blüte, welche wiederum aus dem Geschäft mit Blüten, also Falschgeld, entstanden sein mag und daher trügerisch ist. 

Digital: Verbinden wir meist mit Computern, Mikrochips und allem, was cyber-mäßig daherkommt. Die etymologische Wahrheit ist allerdings eine weitaus profanere. Dem Wort liegt nämlich der lateinische digitus, der Finger, zugrunde. Drum hüte sich, wer intimen Körperkontakt scheut, vor digitalen Enddarmuntersuchungen. Dabei wäre analog die passendere Wortwahl. Das stammt vom griechischen ἀνάλογος (etwa: „verhältnismäßig“). Ganz unangebracht wäre auch das nicht, da „griechisch“ eine Praktik bezeichnet … man kommt aus den schweinischen Witzen kaum noch heraus. 

Wahl: Das Sichentscheiden zwischen  mehreren Möglichkeiten. Auch eine Abstimmung über die Berufung einer Person in bestimmte Ämter oder die Zusammensetzung bestimmter Gremien. Zuletzt auch das Gewähltwerden einer Person durch Abstimmung in ein bestimmtes Amt.
 

Küken: Ein Geflügel-Jungtier, besonders des Huhns. Umgangssprachlich auch ein kleines Kind oder ein unerfahrenes Mädchen. Beinahe niemandem bekannt als ein in einen Hahn eingebauter, drehbarer, kegelförmiger Teil zum Öffnen und Schließen.Grafik: freepik

Seltene Anblicke sind tierische Küken heutzutage, wo man ihren eigentlichen Ursprung doch in gekochter oder gebratener Form verspeist. 

 

Flasche: Hohles Gefäß, das zur Aufbewahrung von Flüssigkeiten, Gasen oder Pulver verwendet wird. Lateinisch „flasco“ und italienisch „fiasco“ beziehen sich primär auf ein mit Wein gefülltes Gefäß. Ein einziges Fiasko kann es aber auch sein, wenn man zu tief in die Flasche schaut. Wohl auch ein Grund, warum das leere Produkt gerne als Schimpfwort verwendet wird.

 
 

Feuer: Oder, wie frühmittelalterliche ZeitgenossInnen zu sagen pflegen, fiur, der Urenkel des Indogermanen pehwr, bezeichnet die Flammenbildung bei einer Verbrennung. Dieser mehrere tausend Grad heiße Vorgang kann zerstörerische, häufig gar tödliche Folgen haben. In der gezähmten Variante allerdings die größte Errungenschaft der Menschheit, neben dem Rad, dem Buchdruck und dem Dislike-Button von Facebook.

 

Zeitraum: Eine Periode, die für einen Prozess benötigt wird. Häufig wird vor Beginn eines Projekts ein zeitlicher Rahmen veranschlagt, von dem der tatsächlich benötigte Zeitraum jedoch  stark abweichen kann – zur Veranschaulichung sei auf den Berliner Flughafen, Bochumer Baustellen oder die Regelstudienzeit verwiesen.

Pöbeln: Die dreckigste Form der Rhetorik, eine Wutrede, eine Geste, die gemeinhin – heideggerianisch gesprochen – als ontische Erfahrung des Sich-Auskotzens umschrieben wird – und uns in Zeiten von „political correctness“ oft peinlich berührt. Dabei ist sie die meist unterschätzte Form der Vermittlung von nicht weniger als der Wahrheit.

Der Beginn von allem. Aus dem Urknall entstand das Ur-Teil, die Mutter aller anderen Teilchen. Am Anfang waren alle noch ganz ekstatisch und freuten sich auf weitere Teile. Doch schon bald nahm sich eine kleine Elite das Recht auf Recht heraus: „Ur-Teile und Herrsche“ war nicht für jedeN etwas.

Bei uns ist das nicht nur das Hinterteil; nein, es ist auch ein italienischer Fluss, ebenso ein Präfix gewisser Schlagwörter wie Polen oder Politiker. Die Mitglieder letzterer Population lieben es,  sich gegenseitigen mit pompösen Posaunen den Populismus in die Nacht hinaus zu posten. Apropos: In Polonia fanden vergangen Sonntag die Wahlen statt.
 
Polnische Medien postulieren ein potentes Powerplay, bei dem drei Kandidaten um die Pole Position kämpfen: Auf der einen Seite postiert sich der  potentielle Spitzenkandidat Bronisław Komorowski, der nicht ganz so potthässliche Parteipopulist  der PO (Platforma Obywatelska, liberale-konservative Bürgerplattform). Ihm gegenüber steht der wie ein Pomuchelskopp aussehender Andrzej Duda von der nationalkonservativen Partei Prawo i Sprawiedliwość,  (Prawo i Sprawiedliwość, Recht und Gerechtigkeit). Nach jetzigem Stand liegt Komorowski nur noch auf Position zwei.
 
Die potenzielle posttraumatische Stichwahl postiert sich postwendend in zwei Wochen.
 
   :kac
 

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