Kolumne

Pöbeln: Die dreckigste Form der Rhetorik, eine Wutrede, eine Geste, die gemeinhin – heideggerianisch gesprochen – als ontische Erfahrung des Sich-Auskotzens umschrieben wird – und uns in Zeiten von „political correctness“ oft peinlich berührt. Dabei ist sie die meist unterschätzte Form der Vermittlung von nicht weniger als der Wahrheit.

Der Beginn von allem. Aus dem Urknall entstand das Ur-Teil, die Mutter aller anderen Teilchen. Am Anfang waren alle noch ganz ekstatisch und freuten sich auf weitere Teile. Doch schon bald nahm sich eine kleine Elite das Recht auf Recht heraus: „Ur-Teile und Herrsche“ war nicht für jedeN etwas.

Bei uns ist das nicht nur das Hinterteil; nein, es ist auch ein italienischer Fluss, ebenso ein Präfix gewisser Schlagwörter wie Polen oder Politiker. Die Mitglieder letzterer Population lieben es,  sich gegenseitigen mit pompösen Posaunen den Populismus in die Nacht hinaus zu posten. Apropos: In Polonia fanden vergangen Sonntag die Wahlen statt.
 
Polnische Medien postulieren ein potentes Powerplay, bei dem drei Kandidaten um die Pole Position kämpfen: Auf der einen Seite postiert sich der  potentielle Spitzenkandidat Bronisław Komorowski, der nicht ganz so potthässliche Parteipopulist  der PO (Platforma Obywatelska, liberale-konservative Bürgerplattform). Ihm gegenüber steht der wie ein Pomuchelskopp aussehender Andrzej Duda von der nationalkonservativen Partei Prawo i Sprawiedliwość,  (Prawo i Sprawiedliwość, Recht und Gerechtigkeit). Nach jetzigem Stand liegt Komorowski nur noch auf Position zwei.
 
Die potenzielle posttraumatische Stichwahl postiert sich postwendend in zwei Wochen.
 
   :kac
 

Essen ist zu einem Lebensstil geworden. Wir essen nicht nur mehr, sondern entwickeln eigene Kulturen zu unserem Grundbedürfnis. Für jeden Geschmack ist was dabei. Ob Bananen-, Trennkost-, oder beispielsweise Low-Carb-Diät –  alles was denkbar ist, scheint es auch zu geben, sogar die Sonnenstrahlendiät. Der Begriff „Diät“ (pl.

Ringen: Tätigkeit, manchmal auch Tätlichkeit. Läuft wahlweise unter Sportart oder Theateraufführung. Dabei gilt die Faustregel: Je ausgefallener die Kostüme, desto detaillierter das Script. Besonders beim Professional Wrestling sind Ablauf und Ausgang oft minutiös durchgeplant – inklusive Verletzungen und Beschimpfungen (siehe auch: „Ringen nach Worten“).

Zuhause: Wo ist eigentlich dieser Ort, den wir „Zuhause“ nennen? Ist er bei den Eltern, FreundInnen – bei Partner oder PartnerIn?  Vielleicht „fühlst“ Du Dich erst ganz wo anders heimisch, zum Beispiel in einem vermeintlich fremden Land, das Du auf einer Reise lieben lernst?

Frieden: Nach landläufiger Meinung ist er das Gegenteil von Krieg, doch das ist irreführend. Frieden ist ein komplexes Konstrukt, dessen viele Abstufungen in unterschiedlichen Bereichen Anwendung finden. So beschreibt der Diktatfrieden das stille Mitschreiben aufmerksamer SchülerInnen; schlechte VerliererInnen hingegen ...

Aneinander klammern und weiter kämpfen – ob aus der Schwäche oder der Stärke heraus: Beim Clinch geht es ums Gewinnen oder zumindest Nicht-Verlieren. Die ASten an Rhein und Ruhr kämpfen zurzeit für ein preiswertes Semester-Ticket und liegen im Clinch mit dem VRR, der die Kosten sowohl schleichend als auch drastisch erhöhen will.

Bärendienst: Gutgemeinte aber letztlich kontraproduktive Handlung. So ist die Abschaffung der Anwesenheitspflicht sicher ein wichtiges Thema, aber im Wahlkampf ironisch auf längeres Ausschlafen als positiven Effekt zu verweisen, erweist der Sache einen Bärendienst. Nicht zu verwechseln mit „Bären aufbinden“.

Stupa: Nein, nicht das Studierendenparlament. Ohne Binnenmajuskel ist der Stupa ein buddhistisches Bauwerk. Dessen Elemente – Basis, Kuppel, Spitze – können von einer Lotosblüte über einen Berg bis zum gesamten Kosmos vieles symbolisieren. Auch äußerlich ist der Stupa – ähnlich wie sein Artgenosse, der Kirchturm – sehr experimentierfreudig und vielgestaltig.

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