Kolumne

„Ausländer raus!!11einself“ Achja – apropos Elf. Die ist ja auch raus. Mit ihren ganzen Ausländern. „Nicht meine Mannschaft“, sagen sich nun viele Fans. Witzig – bei der letzten WM war das noch: „Wir sind Weltmeister!“ An dieser Stelle muss differenziert werden, um das eigene schwarz-weiße Weltbild aufrecht zu erhalten. Es gibt Gut und Böse.

„Mami, gibt’s heute Deutschlandfahne zu Mittag?“ „Nein, Du isst Dein Gemüse!“ – Kommen Ihnen solche Sätze bekannt vor? Meinen Sie auch, zu stranden? Kein Fahnenmeer? Dann sind Sie nicht allein! Aktuelle Studien ergeben, dass jedeR dritte KundIn durch die Abbildung der deutschen Tricolore auf Nahrungsmittelverpackungen verwirrt wird.

Helle Aufregung in den USA! Was für ein Jahrhundert-, ach was: Jahrtausendereignis! Die Welt schaut zu, fiebert mit. Die Rede ist nicht vom Trump-Kim-Gipfel. „Tiny Hands“ und „Rocketman“ interessieren nicht mehr, wenn in Saint Paul, Minnesota, ein kleiner Waschbär ein mehr als 20-stöckiges Gebäude erklimmt.

Schon fast vergessen, dass Alexander Gauland in Badehose durch Potsdam stapfen musste. Die paar Minuten sind ja auch nur ein Vogelschiss im Leben eines 77-Jährigen. Eigentlich könnte man das Ganze abtun. Alternativ als kreativen Protest gegen einen altrechten Rassisten oder als Randnotiz.

Vier Dollar. Das sind 3,42 Euro. Das sind vier Cheese Burger in den USA. Oder auch die Entschädigung, die einer Familie zugesprochen wird, wenn die dortige Polizei den Vater von drei Kindern erschießt. Reicht ja auch. Ein Cheeseburger für die Bestattung und jeweils einen Cheeseburger für jedes Kind. Mahlzeit für einen Tag gewährleistet.

„Haha, die AfD zahlt Demogeld.“ Ja, wäre total witzig, wenn man die Tatsache außer Acht lässt, dass diese rechtsradikale Partei durch ihren Einzug in den Bundestag Unmengen an Steuergeldern zugeworfen bekommt, selbst Fliegenwichtel der SPD eine rassistische Politik fordern und das gesellschaftliche Klima mehr an das Ende der Weimarer Republik al

Machogelaber hin oder her. Aber was waren das noch für Zeiten, als ein Proll wie Oliver Kahn unbeholfen vor Kameras dazu aufrief, dass wir „Eier brauchen“? 

Ein Hoch auf den Kapitalismus – denn er funktioniert. Werbefilme für eine Frittenschmiede aus den USA, gedreht von hoffnungsvollen FilmemacherInnen beim 99 Firefilms-Award? Erst der Anfang! Jetzt steigt auch das Immobilienhaifischbecken Vonovia in die Kunstverwertung der etwas anderen Art ein.

 Sehr geehrte Frau/Herr,

An die Waffen! Die CSU ruft zum Kreuzzug gegen die „unheilige Allianz von Religionsfeinden und Selbstleugnern“, wie Chefdemagoge – ähh, Generalsekretär Markus Blume die GegnerInnen des Kruzifixes zu nennen pflegt.

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