Kolumne

Wer das passen­de Geschenk für den/die unver­meidliche/-n ModellbahnbastlerIn im Bekanntenkreis noch nicht gefunden hat, dem sei dieses wärmstens empfohlen: Der neue Castor-Schmalspurzug zum Selberschottern. Es ist fast wie bei Loriots legendärem Sketch „Wir bauen ein Atomkraftwerk“ – nur realistischer, da interaktiv.

„Wirklich nur die drei Tage“, flehte der alte Mann. Drei Tage – damit hatte sein Bart nichts zu tun. Wie eine geplatzte Wolke hing er ihm im gutgenährten Gesicht. Schneekristalle waren daran festgefroren, und der bittende Mund war unter dem weißen Zuckerwattegestrüpp kaum zu erkennen.

Diesmal: Weihnachtsdeko

Heute mal eine Anekdote aus allerjüngster Vergangenheit.

Unaufhaltsam hereingebrochen ist die Zeit
Diese Zeit der geheuchelten Freundlichkeit
Komm, wir tun so als hätten wir uns lieb
Vergeben Rabeneltern und jedem Dieb
Denn es ist ja Weihnachten, der Liebe Fest
Wir fressen viel und hängen Müll ins Geäst

Die Deutschen scheinen eine neue Volksdroge für sich entdeckt zu haben: Hoher Suchtfaktor, das Gefühl, im Streben nach Glückseligkeit mindestens 21 Level weitergekommen zu sein und die euphorische Hoffnung, den Gipfel der Individualität erstürmt zu haben. Dies sind nur einige der phantastischen Wirkungen. Die Dröhnung hat einen Namen...

Die Tüten sind schwer, mein Rücken ist krumm, ich bin müde. Die Bahn steht schon bereit, Charon wartet. Ich renne, zumindest versuche ich zu rennen. Meine Gelenke kreischen. Eine Tüte gleitet mir aus der Hand. Der Inhalt breitet sich auf dem kalten Asphalt aus, mitten auf der befahrenen Straße. Ungeduldiges Hupen.

Raketen… Türkei… da war doch was? Bereits vor 53 Jahren, inmitten des kalten Krieges, hatte man schon einmal Raketen in der Türkei stationiert. Fünfzig nuklear bestückte Mittelstreckenraketen, die auf die UdSSR gerichtet waren und ihren Beitrag zum ‚atomaren Gleichgewicht‘ und zur ‚Erstschlagfähigkeit‘ der Vereinigten Staaten leisten sollten.

 «Je suis d’accord», flüstert der Finanzminister in die Mikros der Journaille. Zwei Jahre Gnadenfrist für Griechenland – Applaus, Applaus, Applaus! 25,4 Prozent der joblosen erwerbsfähigen Bevölkerung dürfen solange weiter am Hungertuch nagen, um zumindest die – immerhin geringfügig gesenkten – griechischen Schuldzinsen zu tilgen.

Er befindet sich hier also im Dekanat der Fakultät für Phallologie, zwei Etagen unter dem Romantischen Institut – sofern man der dilletantischen Aufzugbeschilderung Glauben schenkt. Steifen Schrittes stapft Krümmel aufs Dekanatszimmer zu... Auf dem Weg dorthin springt ihn die laubfroschgrüne Schlagzeile eines Hochglanz-Plakats im Corporate Design an: „Standort Deutschland: Wissenschaft und Fortschritt.

„Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis…“ Nun herrscht Verwirrung und Skepsis unter den Fans. George Lucas hat sein Lebenswerk für 4,05 Milliarden US-Dollar an den Disney-Konzern verkauft. Die Hälfte davon erhält der Erfinder von „Star Wars“ und „Indiana Jones“ in bar, die andere in Form von 40 Millionen Disney-Aktien. Neben Lucasfilm wechseln auch alle Lizenzen und die Tochter­unternehmen LucasArts, Skywalker Sound und Industrial Light & Magic den Besitzer. Ein Geschäft, das sich für den immer mächtiger werdenden Unterhaltungsriesen in Hollywood lohnt.

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