Kolumne

Sechzig Jahre weitestgehend Alleinregierung, große Männer, noch größere Projekte. Die CSU ist ein bayrisches Bollwerk. Daran ändert auch Markus Söder vorerst nichts – trotz Raumfahrtprogramm und Oger-Kostümierung. Trotz des schlechtesten Wahlergebnises seit fünfzig Jahren sieht sich der Faschingsfan Söder als Wahlsieger.

Zwölf Frauen – ein Mann, jede Woche eine Entscheidung. Dieses Format einer Reality-TV-Show ist den meisten bekannt durch „Der Bachelor“. Ein reicher Single-Junggeselle will die Eine kennenlernen.

Hans-Georg Maaßen ist nur noch als Verfassungsschutzpräsident im Amt, bis ein*e Nachfolger*in gefunden wurde, doch das Abschiedsgeschenk an seine Behörde hat sich der AfD-Vertraute und Möchtegern-Videoanalyst bereits ausgesucht; er fordert 421 Millionen Euro für das Jahr 2019. Das ist fast doppelt so viel Geld wie noch vor vier Jahren.

Wenn der nicht existente rechte Mob durch keine Stadt zieht und natürlich nicht Menschen mit Migrationshintergrund durch die Straßen jagt, wenn ganz sicher kein jüdisches Restaurant angegriffen und keine Abschaffung der Demokratie gefordert wird, dann schlägt die Stunde von Horst Seehofer.

Was haben Bayern-SPD und CSU gemeinsam? Einen Wahlkampfslogan. Während die Christsozialen Markus Söder mit aller Macht an der Macht halten wollen und sich das Wahnsinnsmotto „Söder macht’s“ überlegt hatten, haben sie eins ganz außer Acht gelassen: den Onlinewahlkampf.

Badehose an und los geht es, denke ich mir an diesem tropischen Nachmittag. Doch bei angeblich klammen Kommunen-Kassen werden die städtischen Bäder entweder komplett dichtgemacht – wie nun in Querenburg. Oder die Verantwortlichen entscheiden sich, die Öffnungszeiten während der Ferien auf ein Hallenbad zu beschränken. Macht ja auch Sinn.

Kennt Ihr diese Senior*innen, die ihre Brille an dem Bändchen um den Hals hängen haben? Das ist ja so praktisch. Haben wir nicht alle wenigstens schon einmal ein müdes Grinsen darüber verloren, dass die meist frech-flippigen neonfarbenen Bändchen von hinter den Ohren runterhängen wie Affenschaukeln? Nein. Natürlich nicht. Respekt vor dem Alter.

Erwünscht waren auf dem diesjährigen Festival Bochum Total: Werbegeschenke, Gratisproben, staatliche Propaganda, Banken(werbung), Konsum

Unerwünscht war: eine antifaschistische Haltung auf der Bühne wie von der Band Radio Havanna.

Herzlichen Glückwunsch, Horst Seehofer. Zu Ihrem 69. Geburtstag wurden also 69 Menschen nach Afghanistan abgeschoben. In ein Land, das noch immer von Terror und Krieg gezeichnet ist. In Armut und Verfolgung. Und in den Tod.

Seiten