Bochum & Umgebung
ArbeitnehmerInnen im öffentlichen Dienst treten bundesweit für mehr Geld ein
Der Willy-Brandt-Platz in Bochum wurde in den letzten Wochen gleich zweifach besetzt. Nachdem protestierende Geflüchtete einen Etappensieg einfahren konnten und bald arbeiten gehen dürfen (Seite 3), ruft die Gewerkschaft ver.di seine Mitglieder zur Arbeitsniederlegung auf. Trotz guter wirtschaftlicher Lage und höherer Steuereinnahmen gab es zuletzt keine steigenden Reallöhne im öffentlichen Dienst.
 
Ebenso benachteiligt werden einige studentische Hilfskräfte, denen eventuell bald Kündigungen wegen ihres ersten akademischen Grades drohen (Seite 8).
 
Trotz Verhandlungen mit der GDL: Tarifeinheitsgesetz wird in Kraft treten
Gewerkschaftsrechte auf dem Friedhof der Geschichte: Sensemann Andrea Nahles bereitete dem Streikrecht quasi ein Ende. Karikatur ck

Neoliberale Inventur: Mit dem Tarifeinheitsgesetz wird es für kleine Gewerkschaften wie die GDL nicht mehr möglich sein, Tarifabschlüsse zu erzielen, noch für ihre Beschäftigten zum Streik aufzurufen. Aktuell vertritt die Gewerkschaft der LokführerInnen auch in den Verhandlungen einen harten Kurs.

Chemie-Nobelpreisträger Stefan Hell zu Gast an der Ruhr-Uni
Für diese Aufnahmen gab’s den Nobelpreis: Stefan Hell nahm mithilfe der STED-Bildgebung fluoreszierende menschliche Proteine in Krebzellen auf. Foto: © Andriy Chmyrov, Stefan Hell, Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie

„Ein scheinbar unlösbares Problem kann eine einfache Lösung haben“, so Prof. Dr. Stefan Hell. Fluoreszenzmikroskopie macht nicht nur optisch etwas her.

HMT Leipzig verlangt Geld von Nicht-EU-Studierenden
HMT Leipzig

An der Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy müssen Studierende aus Nicht-EU-Ländern seit dem Wintersemester 2013 1.800 Euro Studiengebühren zahlen – obwohl Sachsen keine allgemeinen Studiengebühren für EU-BürgerInnen verlangt. Möglich macht das ein Paragraph im Hochschulfreiheitsgesetz des Landes. Jetzt klagt eine Studentin aus Asien vor dem Verwaltungsgericht.

Schwere Vorwürfe gegen SPD-Ratsmitglied Gerhard Lichtenberger

Das ARD-Magazin „Monitor“ behauptet Ungeheuerliches gegen den Bochumer Ratsherrn Gerhard Lichtenberger (SPD): Mit seiner Firma Life Jugendhilfe GmbH verdiene er Geld, indem er Heimkinder auf runtergekommene ungarische Bauernhöfe abschiebe. Schulunterricht bekämen die Kinder dort über eine Internet-Schule, die auch noch  Lichtenbergers Tochter gehöre. Das Jugendamt Dorsten sowie der Politiker und Unternehmer selbst weisen die Vorwürfe von sich.

Studis in Duisburg und Essen stimmen für den Erhalt des Semestertickets – trotz Preiserhöhung
„So nicht, VRR“ – oder doch? Die Studis der Uni DU-E wollen die vom VRR festgelegte Erhöhung der Ticketpreise hinnehmen. Diagramm: bk; Foto: Flickr, Sascha Löbbert, CC-BY-NC-SA 2.0; Quelle: AStA UDE

Der Kampf um das Semesterticket geht langsam in die heiße Phase: Während an der RUB derzeit die Urabstimmung über den neuen Vertrag des Verkehrsverbunds Rhein-Ruhr (VRR) geplant wird, ist man in Duisburg und Essen schon einen Schritt weiter. Dort fand in der vergangenen Woche eine Urabstimmung statt, bei der sich die Mehrheit der WählerInnen für das neue Vertragsmodell aussprach – trotz erheblicher Preissteigerungen.

Ausstellung: „1914 – Mitten in Europa“

Der Beginn des Ersten Weltkriegs wiederholt sich in diesem Jahr zum 100. Mal. Aus diesem Grund veranstaltet der Landschaftsverband Rheinland (LVR) und das Ruhr Museum in Kooperation die Publikumsausstellung „1914“, die vom 30. April bis zum 26.Oktober 2014 in der Mischanlage der Kokerei Zollverein stattfindet. Auf insgesamt drei Ebenen und 2.500 Quadratmetern Ausstellungsfläche bekommt der/die BesucherIn Einblicke in die Zeit vor, während und nach dem Ersten Weltkrieg.

Beim Live-Jump-’n’-Run gegen die Bürokratie sind noch wenige Plätze für SpielerInnen frei
Attacke! Anna Kpok kämpft für die Wiedervereinigung ihres Zombiefreundes. Foto: Anna Kpok Kollektiv

Fünf Leute rufen wild durcheinander: „Start! Links! Links! Start! Sprung! Benutzen!“ Avatar Anna Kpok, eine junge Frau in einem Outfit, das an ein 90er-Aerobic-Video erinnert, rennt mithilfe einer Rampe an einer Säule hinauf, zieht einen Kugelschreiber aus ihrem roten Schopf und ersticht einen knallgelben Luftballon. Mit einem Sternsprung bejubelt sie den gesammelten Punkt. Das Spielmenü, eine Frau im roten Overall, berührt ihren Tablet-PC, und mit einem Jingle wird der Punkt Anna Kpoks Lebensenergie gutgeschrieben. Willkommen beim Beta-Test eines Live-Jump-’n’-Run. Das Stück „Anna Kpok und der letzte Zombie: Level II – Gegen die Bürokratie“ wird zwischen dem 20. und 23. Mai neunmal aufgeführt.

Rund 450 Rechtsradikale marschierten durch Dortmunder Vororte und trafen auf breiten Widerstand
Ruhe vor dem Sturm: In Westerfilde haben sich die Neonazis versammelt, um mit Fahnen, Transparenten und Wut im Bauch durch Dortmund zu ziehen. Foto: dh

Feiertags ist 9 Uhr morgens besonders früh. Diesige Luft legt einen Schleier über die menschenleere Dortmunder Innenstadt. Polizeiwagen warten auf dem Bahnhofsvorplatz. Der U-Turm verkündet in fliegenden Bildern, dass er Nazis schon damals doof fand. Am Abend werden die Medien berichten: von Rechtsradikalen, verbal aggressiv, friedlich protestierenden BürgerInnen, ein wenig Polizeigewalt – gegen vermummte Linksautonome, denn die haben angefangen. Alles wie immer. Und bestimmt kommen sie wieder, spätestens Anfang September, Neonazis jeder Couleur: Tätowierte, stiernackige Glatzköpfe, mit vor Wut pulsierenden Adern auf der Stirn, Möchtegernhitler, deutsche Altrocker und junge „autonome Nationalisten“ in Schwarz. Alles wie immer – oder nicht?

Feierliche Eröffnung: Sommerfestival des Detroit-Projekts startete vor dem Bergbaumuseum
Und nach Opel? Der Pflanzenmarkt wird als Alternative angeboten. Foto: bent

Let the sunshine in: Aufgezogene Regenjackenkapuzen, Regenschirme, auf die ununterbrochen Regen prasselt. Eigentlich hatte man sich für die offizielle Eröffnungsfeier des Detroit-Projekts als Startschuss für das Sommerfestival ein passenderes Wetter vorgestellt. So versammelten sich die BesucherInnen auf dem regengetränkten Grün vor dem Bergbaumuseum, wo unter anderem die Bochumer Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz neben InitiatorInnen und KuratorInnen des Kulturfestivals sprach. Zur Eröffnung sollte die Lichtinstallation „How Love Could Be“ des Künstlers Tim Etchells am Fördergerüst des Bergbaumuseums präsentiert werden. Einen symbolischen Startschuss gab es am Sonntag mit der Mitmach-Pflanzaktion für den Gemeinschaftsgarten vor dem Schauspielhaus.

Seiten