Drei Halbmonde für ein Allahu akbar: Die konservative Regierung in Polen wollte nur christliche Asylsuchende aufnehmen – dabei vergaß sie anscheinend, dass im Lande bereits seit Jahrhunderten MuslimInnen heimisch sind, die Tatarinnen und Tataren. Foto: mar
Eine Reise nach Podlachien zu den letzten Tataren Europas

Wer hätte das gewusst? Seit dem 17. Jahrhundert gibt es einen lebendigen Islam in Polen. :bsz-Redakteur Marek Firlej wollte mehr darüber erfahren und reiste ins tatarische Dorf Bohoniki.

DIE :bsz-GLOSSE

Hetze: Das ist die Form der Artikulation von so manchem „Asylkritiker“. Sie „erwärmen“ Unterkünfte für Geflüchtete und bezeichnen sich zugleich selbst als Patrioten. „Gutmenschen“ hingegen seien der böse Abschaum, der nicht merkt, dass „Freiheit und Recht abgeschafft werden“. Wir seien dem Untergang geweiht.

DIE :bsz-GLOSSE

Hetze: Das ist die Form der Artikulation von so manchem „Asylkritiker“. Sie „erwärmen“ Unterkünfte für Geflüchtete und bezeichnen sich zugleich selbst als Patrioten. „Gutmenschen“ hingegen seien der böse Abschaum, der nicht merkt, dass „Freiheit und Recht abgeschafft werden“. Wir seien dem Untergang geweiht.

Studivertretung besorgt über rassistische Propaganda an der RUB

Letzte Woche fanden sich im Foyer des Studierendenhauses erschreckende Flugblätter im öffentlichen Flyerregal: Lausige Schwarzweißkopien mit einem wirrem Sammelsurium von undeutlichen Fotos und kryptischen Textfetzen, die ihren Mangel an Orthografie und Grammatik durch eine inflationäre Fülle von Ausrufezeichen wieder wettmachen zu wollen scheinen. Dennoch ist Vorsicht geboten: Was da letztlich steht, ist ausländerInnenfeindlich. Wer die Zettel verteilt und ob noch mehr davon im Umlauf sind, ist nicht bekannt. Der AStA mahnt aber „Augen auf!“ und ist für Hinweise dankbar.

Kommentar: In jeder Hinsicht kacke: Rechte zu dumm für Flyer
Glück im Unglück: Mit solch primitiven Propagandazetteln zieht man erfreulicherweise niemanden auf seine rechte Seite. Quelle: unbekannteR DeppIn

Es ist die vielleicht schlechteste Propaganda des Jahres. An der Uni wird man ja jeden Tag mit Flugblättern und Infomaterialien förmlich zugeschüttet. Es gibt professionelle Broschüren und dilettantische Flugblätter, teure Kärtchen und billige Handzettel. Aber was kürzlich im AStA-Foyer auftauchte, lässt sich wohl nur beschreiben mit: In jeder Hinsicht kacke.

Magie und Fantasie für zwischendurch: Mit „Magic“ Taschengeld aufbessern oder loswerden?
Nerdstrom: Wie eine zweite Moldau drängen „Magic“-SpielerInnen in die tschechische Hauptstadt. Foto: Fabian Dickmann

Am vergangenen Wochenende fand in Prag der Grand Prix im Kartenspiel „Magic: The Gathering“ statt. Wer dieses Spiel mit Nerds assoziiert, die selten das Tageslicht sehen, liegt vielleicht nicht ganz falsch, jedoch scheint Magic eine gute Alternative zum Kellnern zu sein. Denn rund 30.000 US-Dollar werden auf 230 SpielerInnen aufgeteilt. Dabei bekommt der oder die Erstplatzierte 4.000 US-Dollar Preisgeld, der Rest wird gestaffelt. RUB-Volkswirtschaftsstudent Fabian Dickmann, 25, nahm daran teil.

OberbürgermeisterInnen-Wahl: Wer folgt auf Ottilie Scholz?
Der Sozialdemokrat Thomas Eiskirch möchte seine Parteikollegin beerben. Doch er ist nur einer aus einem ganzen Dutzend KandidatInnen. Bild: Thomas Eiskirch

Die Bochumer BürgerInnen wählen am 13. September eineN neueN OberbürgermeisterIn. Insgesamt stehen 12 KandidaTinnen zur Wahl, sieben von ihnen gaben Auskunft zu wichtigen Themen wie Mobilität, Studienbedingungen, Geflüchtetenpolitik und warum genau sie die richtige Wahl für das OberbürgermeisterInnen-Amt sind.

RUB-Student Michael Brück versucht Kapital aus den Ausschreitungen in Sachsen zu schlagen
Geschmackloses Geschäft mit fremdenfeindlicher Stimmung: Die Rechte Dortmund verlinkt auf Twitter auf den Versand ihres Ratsherren Brück. Screenshots: joop

Angesichts der Bilder aus Heidenau, wo Rechtsextreme und sogenannte besorgte BürgerInnen gegen ein Flüchtlingsheim hetzen, ist es zweitrangig, ob Fremdenfeindlichkeit nun eher ein ostdeutsches Problem ist oder eben doch ein bundesweites. Auch in Bayern und Baden-Württemberg werden Unterkünfte angezündet, in Niedersachsen gar bereits bewohnte. Der rechte Terrorismus macht vor Ländergrenzen nicht halt, die Neonazi-Szenen unterstützen sich gegenseitig. In dieses Bild passt, dass der RUB-Student und Dortmunder Ratsherr Michael Brück (Die Rechte) in seinem rechten Internetversand einen Heidenau-Rabatt für BestellerInnen aus der Sächsischen Schweiz anbietet – dort liegt Heidenau.

8. Westendfest: Am 13. September auf dem Springerplatz
Geballte Frauenpower für das Westendfest. Bina Noss, (Mitte links) leitet das Projekt „Erzähl doch mal“ und stellt zusammen mit den sechs anderen Frauen ihr Projekt auf dem Springerplatz vor. Foto: tims

Bochums Stadtbild verändert sich und mit ihm auch dessen  Sozialstruktur. Was vor ein paar Jahren noch als raues und dreckiges Vorstadtpflaster galt, entwickelt sich zum kulturellen und gastronomischen Geheimtipp der Ruhrgebietsmetropole – das Westend. Am Wochenende findet das Westendfest auf dem Springerplatz bereits zum achten Mal statt. Fünf Bewohnerinnen des Stadtteils organisieren das Fest mit –  und laden zum Spazierengehen ein.

Psychoaktive Wundermittel oder gefährliche Nervengifte? Die Neurobiologie hinter Drogentrips
Muss erst zubereitet werden: Viele regelmäßige KonsumentInnen nehmen dafür spartanisch Löffel, Feuerzeug und Zitronensaft als Säurelösung. Foto: kac

Es war das einzige Mittel, das Kurt Cobain half, seine Magenschmerzen zu ertragen – doch es trieb ihn vermutlich in den Suizid. Auch John Lennon und Janis Joplin kamen nur schwer und gar nicht von der Spritze los. Kein Wunder, denn Heroin ist einer der Substanzen mit dem höchsten Abhängigkeitspotenzial. Bereits nach erstmaligem Konsum kann sowohl körperlich als auch psychisch die nicht selten letale Sucht einsetzen.  

Ein kleiner Ausflug in ein urmuslimisches Dorf mitten in Europa
Islamische Bräuche nach Jahrhunderten unter ChristInnen: Der muslimische Friedhof im polnischen Bohoniki ist sehr vom Christentum beeinflusst – das sieht man auch an den Vornamen der Tataren wie Jan (von Johannes). Foto: mar

Unlängst geriet die polnische Regierung in die Kritik, weil sie erstens nur wenige Geflüchtete aufnehmen wollte und zweitens weil sie nur bereit waren, ChristInnen aufzunehmen. Die Bevölkerung sei nicht bereit, sich auf den Islam einzulassen, hieß es von polnischer Seite oft. Dabei wurde genauso häufig übersehen, dass es eine einheimische muslimische Minderheit gibt – mitten in Europa! Seit hunderten von Jahren leben TatarInnen in Polen. Unser Redakteur und Student der Religionswissenschaft Marek besuchte das tatarische Dorf Bohoniki.