Benjamin Trilling (bent)
Noch bis 2. März im Dortmunder U: Moving Types – Lettern in Bewegung
Von Max Frisch zu Superman: Die weissen Würfel enthalten Clips zur Mediengeschichte der Typographie Foto: bent

Das hat man gar nicht auf dem Schirm. Filme verbindet man üblicherweise vor allem mit Bildern. Mit Einstellungen, die sich ins kulturelle Gedächtnis eingebrannt haben oder Porträts großartiger SchauspielerInnen, mit Momenten, die nicht selten dazu verleiten, ganz zu vergessen, dass der Film einen wesentlichen Hauptdarsteller hat, noch bevor er bildlich wird: der Buchstabe. Der Buchstabe trägt den simplen wie faszinierenden Moment des Kinos, den (Film-)Vorspann, der einsetzt, wenn das Licht aussetzt, als Übergang zur Bilderwelt des Kinos. Die Buchstaben erscheinen und versichern: Das ist nichts als Kino. Mit dem Film haben nicht nur die Bilder angefangen, das Laufen zu lernen, sondern auch die Lettern. Diesem Aspekt widmet sich die Ausstellung „Moving Types – Lettern in Bewegung“.

Wahl-Orientierungshilfe
Wahlkampf vor GB: Wie im letzten Jahr (Foto) gehen auch dieses Jahr zwölf Listen auf Stimmenfang. Foto: ck

Die zwölf zur Wahl antretenden Listen im Überblick, ihre Ziele knapp zusammengefasst: B.I.E.R., GEWI, GHG, IL, JuLis, Jusos, KLIB, LiLi, NAWI, RCDS, ReWi, RUB-Piraten

„[FI‘LO:TAS]“ nach Lessing feierte Premiere in den Bochumer Kammerspielen
Ein Stuhl als einzige Requisite: Minimalistisches Theater mit großer Wucht. Foto: Katharina Mraz

Vor zwölf Jahren griffen der Regisseur Roger Vontobel und die Schauspielerin Jana Schulz in ihrer ersten Zusammenarbeit Gotthold Ephraim Lessings Einakter „Philotas“ (1758) auf und mischten das Aufklärungsstück mit der Geschichte des jungen Amerikaners John Walker Lindh, der für Schlagzeilen sorgte, als er im Afghanistankrieg auf den Seiten der Taliban gegen das US-Militär kämpfte. Die Inszenierung „[FI‘LO:TAS]“ des Theater-Duos Vontobel/Schulz wurde gefeiert und mit Preisen ausgezeichnet. Im Rahmen der Lessingtage wurde das Stück wieder am Hamburger Thalia-Theater aufgeführt. Nun gastierte das Duo auch in den Bochumer Kammerspielen.

„Workers“ – das Spielfilmdebüt von José Luis Valle
Absurde Arbeitswelt: Lidia und der Fahrer fahren die Hündin ihrer Chefin aus - damit sie den Sonnenuntergang bestaunen kann. Foto: trigon-film

Trotz all der Sequels, Comicverfilmungen und TV-Recycle-Produkten, mit denen das Mainstreamkino den Markt überschwemmt, hat sich ein sozialkritischer Arthouse-Film eine Nische im Gegenwartskino erobert. Galionsfiguren des britischen Sozialdramas wie Ken Loach („Ladybird Ladybird“) oder Mike Leigh („Naked“) zeigten in ihren Filmen die Misere der britischen Unterschichten. Auch die Brüder Jean-Pierre und Luc Dardenne („L‘enfant“) oder RegiseurInnen des jeune cinéma français (z. B. Mathieu Kassovitz’ „La Haine“) griffen diese gesellschaftskritischen Aspekte auf und initiierten eine Renaissance des sozialrealistischen AutorInnenfilms. Mit Wucht, nah am Lebensalltag, zuweilen kapitalismuskritisch, kommt nun das jüngste mexikanische Kino daher, so auch das Spielfilmdebüt des Dokumentarfilmers José Luis Valle – ein kleines Kinojuwel.

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