Die Miete ist zu hoch!
Wohnen, aber auch leben

Kommentar. Studentisches Wohnen wird auch in Bochum immer schwieriger. Doch der Stadt sind teilweise die Hände gebunden.

Die Studierendenwohnheime sind prall gefüllt, die Mietpreise steigen an. Auch in Bochum. So kann es als Studierende*r schwer sein, eine bezahlbare Wohnung zu finden. Sicher, Bochum ist weit entfernt von Verhältnissen wie in München, Berlin oder Köln. Doch Bochum hat es jahrelang versäumt, den sozialen Wohnungsbau zu fördern, was nun seine Folgen zeigt. Denn mittlerweile stehen bei 60.000 Einwohner*innen, die einen Wohnberechtigungsschein erhalten könnten nur noch rund 13.500 Sozialwohnungen zur Verfügung, die Hälfte des Bestands von vor zwölf Jahren, wie die „WAZ“ berichtet. Der Rest ist aus der Mietpreisbindung gefallen, welche bei Nicht-Verlängerung nach 25 Jahren endet. Zwar wollen Stadt, das Wohnungsunternehmen VBW Bauen und Wohnen und das akademische Förderungswerk (Akafö) weiter in Sozial- und Studierendenwohnungen investieren, dies ist jedoch nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, da der Bau neuer Wohnungen nicht mit der Rate der aus der Mietpreisbindung herausfallenden Wohnungen mithalten kann.
Es ist ein guter erster Schritt, dass die Bundesregierung den Bau von Sozialwohnungen mit fünf Milliarden Euro mehr fördert, wie jüngst auf dem Wohngipfel beschlossen wurde. Dies löst jedoch nicht das Kernproblem: Immobilienspekulation. Denn aufgrund der rapide steigenden Grundstückspreise lohnt es sich zu sehr, Grundstücke zu kaufen, nichts zu bauen und darauf zu warten, bis diese sich teuer weiterverkaufen lassen. Et voilà: Gentrifizierung. Ein Prozess der konstanten Aufwertung, der mittlerweile bereits einige Bochumer Viertel erreicht.

Nicht abhängen lassen

Doch obwohl einige dieser Probleme nicht auf Kommunalebene lösbar sind, hat die Stadt Bochum durchaus Möglichkeiten, den Wohnungsmarkt aufzulockern. Viertel wie Langendreer, Laer oder Linden müssen für Studierende attraktiver werden, vor allem durch eine bessere öffentliche Verkehrsanbindung zur Universität. Dies würde den Druck auf den Wohnraum in der Nähe der U35 senken und außerdem die Unilinie entlasten. Vielleicht werden dann auch andere Gegenden, außer Ehrenfeld, zu hippen Studierenden-Vierteln.                    

:Stefan Moll

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