Mehr politisches Bewusstsein wünschenswert
Wohlstand statt Wahlen
Erfolgreich sein, sich selbst verwirklichen und dabei das politische Interesse auf ein Minimum beschränken. So lässt sich die heutige Studi-Generation im Großen und Ganzen zusammenfassen. Während frühere Generationen noch politisch aktiv waren und die Welt verbessern sowie den Weltfrieden schaffen wollten, gelingt es der Generation Y nicht einmal mehr, zur Wahlurne zu gehen.

Es gehört zu jeder Bundesregierung, ganz egal ob schwarz-gelb, rot-grün oder wie in diesem Fall schwarz-rot, Meinungsforschungsinstitute um Rat zu bitten und exorbitant teure Studien in Auftrag zu geben, die Dinge erklären sollen, die sie selbst nicht begreifen kann. timsDiese ExpertInnen bestätigen häufig die Befürchtungen der PolitikerInnen – manchmal sorgen sie jedoch für Überraschung. So auch bei dem Befund von TNS Infratest, dass Studierende von heute unpolitisch, egoistisch und auf ihren persönlichen Erfolg fixiert sind. Selbstverwirklichung, sozialer Wohlstand und ein konsumorientierter Lebensstil kombiniert mit politischem Desinteresse – willkommen, liebe Generation Y!

Auch ich gehöre dazu und kann mich meiner eigenen Kritik an dieser Generation nicht entziehen – auch wenn ich für eine Studierendenzeitung schreibe, die vom AStA finanziert wird, zweifle ich meine eigene politische Partizipation an. Okay, ich gehe wählen, unterschreibe Petitionen im Internet und demonstriere leise gegen TTIP, ohne mich einer Gruppe oder Partei anzuschließen. Ist das politische Partizipation oder einfach ein Alibi, um das Gewissen zu beruhigen, das man ständig betrügt?

Partei muss nicht sein

Politisch aktiv sein kann man auch, ohne sich einer Partei anzuschließen, wenn man dabei für seine Überzeugungen kämpft und etwas verbessern will. Vielleicht haben das Studierende heute vergessen, weil sie schon in Wohlstand aufgewachsen sind – nichtsdestotrotz gibt es viele Dinge, die man verändern, ja verbessern kann. Der Gang zur Wahlurne wäre ein erster Schritt. Egal, ob bei den StuPa-Wahlen oder bei jeglichen anderen: Man sollte seine Stimme nutzen.

:Tim Schwermer