Neue Zahlen der Stadt
Weniger Wohnungen für Geringverdiener*innen
Symbolbild

Wohnungsbau. Der Sozialwohnungsbau in Bochum schwächelt weiter. 2018 fielen mehr Wohnungen aus der Mietpreisbindung, als neue genehmigt werden konnten.

Vor einigen Wochen gab die Stadt bekannt, einen positiven Trend bei der Zahl der Baugenehmigungen zu verzeichnen. So konnten insgesamt 769 neue Wohneinheiten genehmigt werden. Nun teilte die Verwaltung mit, dass sie das Ziel von 200 Sozialwohnungen nicht erreichen konnte. 2018 wurde der Bau von nur 96 Sozialwohnungen genehmigt sowie 23 Wohnungen in Frauenhäusern, welche nicht in der Baugenehmigungsstatistik enthalten sind, wie die Stadt bekannt gab. Grund für die niedriger ausfallende Zahl der geförderten Wohnungen sei, dass der Beschluss zur Quotierung durch das Handlungskonzept Wohnen recht spät im Jahr 2017 kam. „Die Quotierung konnte damals nicht für laufende Wohnungsbauprojekte festgesetzt werden, da die Planung in diesen Fällen bereits zu weit fortgeschritten beziehungsweise vertragliche Vereinbarungen (unter anderem Grundstücksgeschäfte) bereits vollzogen waren“, teilt Pressesprecher Peter van Dyk mit. Zudem übersteige die Nachfrage nach neuem Wohnraum das Angebot deutlich. Man gehe davon aus, dass die Zahl von 200 genehmigten Sozialwohnungen ab 2021 zuverlässig erreicht werden kann.

Kritiker*innen merkten an, dass schon das gesetzte Ziel von 200 Sozialwohnungen ein zu niedrig gesetztes Ziel sei, um die Wohnungsnot für Geringverdiener*innen zu verringern. Denn gleichzeitig fallen viele mietpreisgebundene Wohnungen, welche vor allem in den Nachkriegsjahren gebaut wurden und deren Förderungshöchstdauer erreicht ist, aus der Preisbindung heraus. Dadurch können mittlerweile auch auf diese Wohnungen Marktmieten erhoben werden. Dies war auch 2018 der Fall. Denn in diesem Jahr fielen 309 geförderte Wohnungen aus der Bindung, 2017 waren es mit 151 Wohnungen nur halb so viel. Damit entsteht in Anbetracht der im vergangenen Jahr genehmigten Sozialwohnungen ein Nettominus von 213 mietpreisgebundenen Wohneinheiten.   

:Stefan Moll

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