Lange Tradition und wirtschaftlicher Faktor
Weihnachtsmärkte? - Weihnachtsmärkte!

Tradition. Ob diese Märkte nun das Präfix Weihnachts- oder Winter- tragen: Was gemeint ist, wissen alle.  Doch die Tradition ist meist unbekannt. Der „Real German Weihnachtsmarkt“ hat es schon in die USA geschafft, auch in Shanghai und Australien schlemmen die Menschen bei teilweise sommerlichen Temperaturen gebrannte Mandeln und Glühwein. Doch wie schaffte es der Weihnachtsmarkt, deutscher Exportschlager und fast so beliebt wie das heimische Bier zu werden? Seinen Anfang nahm alles im Hochmittelalter: Um sich zu Beginn der kalten Jahreszeit mit allem Notwendigen eindecken zu können, wurden vielerorts Märkte abgehalten. Schon wenig später boten HandwerkerInnen und SpielzeugmacherInnen ihre Waren feil. Geröstete Nüsse und Kastanien gehörten schon damals zur Grundausstattung eines richtigen Weihnachtsmarktes. 

Wie alles Begann

Der erste urkundlich erwähnte Markt mit durchaus weihnachtlichem Bezug war dann der Münchener Nikolausmarkt im Jahre 1310. Der erste winterliche Markt, der bis Weihnachten seine Pforten geöffnet hatte, findet 2017 zum 634. Mal statt: der Bautzener Wenzelmarkt. Ursprünglich sollte sich die Bevölkerung Bautzens mit Fleisch für den Winter eindecken, heute lockt er tausende BesucherInnen mit dem offiziellen Titel „Deutschlands ältester in einer Chronik genannter Weihnachtsmarkt“. In all den Jahren hat sich viel getan, Weihnachtsmärkte sind wichtiger Wirtschaftsbestandteil Deutschlands. Laut ift (Institut für Freizeit- und Tourismusberatung) werden die Weihnachtsmärkte von mehr als 85 Millionen Menschen besucht und erwirtschaften rund 2,5 Milliarden Euro. Der Verband der Schausteller und Marktkaufleute schätzt hingegen den Gesamtumsatz der Weihnachtsmärkte auf 5 Milliarden Euro. Jedoch bezieht der Verband auch sehr kleine Märkte in die Schätzung ein und kommt so auf eine Gesamtzahl von 2.500 Märkten und 160 Millionen BesucherInnen. Für viele SchaustellerInnen und MarktverkäuferInnen ist die Weihnachtsmarktsaison sehr wichtig, da sie fast 30 Prozent des Jahreseinkommens ausmacht. Aber eigentlich ist uns eins am wichtigsten: dass das lange Warten auf Weihnachten versüßt wird.         

      :Justin Mantoan