Umfrage im DSW-Journal zeigt, wie die Anforderungen an eine neue Bundesregierung in puncto Hochschule aussehen
Was tun für die Hochschulen?
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RUB repräsentativ: Neun Organisationen äußern sich im DSW-Journal zum Thema neue Bundesregierung und Hochschulen. Bild: tom
RUB repräsentativ: Neun Organisationen äußern sich im DSW-Journal zum Thema neue Bundesregierung und Hochschulen.

Studierendenförderung. Im aktuellen Journal (4/2017) des Deutschen Studentenwerks (DSW) wird erörtert, was eine neue Bundesregierung in Sachen Hochschule als erstes anzugehen hat.

Neun Organisationen haben sich zu dem Thema geäußert. Prof. Peter Strohschneider, Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, erklärt, „eine substanzielle und strukturelle Verbesserung der Grundfinanzierung der Hochschulen, die nachdrückliche Unterstützung einer in der Themen- und Methodenwahl freien Hochschulforschung in ihrer ganzen Breite sowie eine Fortsetzung des Pakts für Forschung und Innovation“ halte er für dringlich. Diese Forderung wird unterstützt von Prof. Matthias Kleiner, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft. Kleiner erklärt, die neue Bundesregierung müsse den Pakt für Forschung und Innovation fortsetzen, um „den vielen tausend jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern“, welche das Rückgrat der Forschung bildeten, „die weiteren Schritte auf ihren Karrierewegen zu ermöglichen.“

Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft, ist der Ansicht, die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft müsse gestärkt werden, um letztendlich „attraktivere Studien- und Karrierewege“ schaffen zu können.

Noch keine klaren Angaben möglich

Aber was hat die Bundesregierung denn jetzt vor? Derzeit könne man, da eine geschäftsführende Regierung im Amt sei und man nicht wisse, welche Partei künftig den/die MinisterIn im Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) stellen werde, noch keine konkreten Aussagen zum Thema treffen, erklärt Sibylle Quenett, BMBF-Pressesprecherin. Allerdings verweist sie im Zusammenhang mit attraktiven Karrierewegen auf das 2016 beschlossene Tenure-Track-Programm zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, das dazu beitragen soll, „Karrierewege in der akademischen Welt planbarer und transparenter werden“ zu lassen, so die Beschreibung. Eine Tenure-Track-Professur sieht, nach erfolgreicher Bewährungsphase, „den unmittelbaren Übergang in eine Lebenszeitprofessur vor.“ Johanna Wanka, Bundesforschungsministerin, erklärt diesbezüglich: „Mit dem Tenure-Track-Programm ist Bund und Ländern ein Durchbruch zugunsten des wissenschaftlichen Nachwuchses in Deutschland gelungen.“ Am 21. September entschied ein Auswahlgremium auf Grundlage eines wissenschaftsgeleiteten Wettbewerbsverfahrens, 468 Professuren an 34 Universitäten zu fördern. Der Bund stellt für das bis 2032 andauernde Programm eine Milliarde Euro bereit, um insgesamt 1.000 zusätzliche Professuren zu fördern.

:Tobias Möller