Die Frauen*bibliothek „Lieselle“
Was macht eigentlich …
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Verborgene Schätze: Die Frauen*bibliothek hat neben alten Schätzen, auch aus den ersten Jahren der Frauen*bewegung, und aktuellen Zeitschriften und Dokumenten, einiges zu bieten. Bild: mag
Verborgene Schätze: Die Frauen*bibliothek hat neben alten Schätzen, auch aus den ersten Jahren der Frauen*bewegung, und aktuellen Zeitschriften und Dokumenten, einiges zu bieten.

Engagement. … die Frauen*bibliothek „Lieselle“? In unserer neuen Reihe stellen wir Euch Initiativen an der Ruhr-Universität Bochum vor.

Das Frauen*archiv an der RUB hat eine lange Geschichte: 1978 gründeten Geschichtsstudierende die Bibliothek. 2010 wurde die von Studentinnen* geführte Frauen*bibliothek „Leihse“ in „Lieselle“ umbenannt. „Die Namensgebung ist maßgeblich inspiriert vom Namen einer Protagonistin aus einem Lieblingsbuch einer ehemaligen Mitarbeiterin. Hinzu kommt die zu einer Frauen*Bibliothek passende wortspielerische Zusammensetzung aus „Lies“ und „Elle“, erklärt die Mitarbeiterin der Bibliothek, Katja Teichmann.

Großes Repertoire

Die Bibliothek sammelt Bücher und Zeitschriften, aber auch Dissertationen, Magister- und Diplomarbeiten von Studierenden zu Themen wie Feminismus, Frauen*bewegung, Philosophie oder Kunst. „Wir sind auch eine Art Spezialbibliothek beispielsweise für die Gender Studies. Wir sammeln gezielt zu genderspezifischen Themen und berücksichtigen dabei auch aktuelle politische Debatten und Wissenschaftsdiskurse“, so die Studentin. Dadurch entsteht eine große Bandbreite an Dokumenten. Diese können von den Studierenden kostenlos ausgeliehen werden. Ihr findet eine Liste der gesamten Literatur unter tinyurl.com/frauenarchiv-online-katalog. Sollte Euer gesuchtes Buch nicht dabei sein, könnt Ihr Euch gerne melden und die Bibliothek schafft es für Euch an. „Wir bieten den Service, gezielte Literaturrecherchen für unsere Nutzer*innen vorzunehmen und beraten, soweit dies uns möglich ist, auf die spezifischen Bedarfe hin.“ Mit der breiten Auswahl an Forschungsliteratur aus den Bereichen der Frauenforschung, Gender Studies und Queer Theory, aber auch belletristischen Werken mit frauen-, lesben-, bzw. genderspezifischen Schwerpunkten kann geholfen werden. Es sind alle Studierende eingeladen, in den alten und neuen Schätzen zu stöbern. Denn es gibt aktuelle Fachzeitschriften der Gender Studies oder für die Frauen*Lesbenbewegung im Ruhrgebiet bedeutende Zeitschriften wie zum Beispiel die Dortmunder Frauenzeitung Lawine, die radikalfeministische Lesbenzeitschrift Ihrsinn, den an der RUB herausgegebenen Emanzenexpress und viele mehr. „Die Frauen*bibliothek Lieselle ist ein historischer und zugleich politischer Ort, da in deren Räumen Frauen- und Lesbenbewegung stattgefunden hat“, berichtet Katja. Neben der Recherche und als Raum des Lernens finden an diesem besonderen Ort auch Lesungen, Filmabende oder ähnliche Veranstaltungen statt. Finanzielle Unterstützung bekommt „Lieselle“ als studentische Initiative vom Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA). Dies ist sehr wichtig, denn um die Dokumente zugänglich zu machen, bedarf es viele Ressourcen und personellen Aufwand: „Wir haben noch viel unerschlossenes Archivmaterial in unserem Bestand, auch sehr empfindliche Materialien, die dringend digitalisiert werden müssten, dafür braucht es aber sowohl mehr personelle als auch finanzielle Ressourcen.“

In der Vorlesungszeit hat sie mittwochs und donnerstags von 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung unter frauenbib@rub.de in GA 02/60 geöffnet. Zurzeit besteht das Team aus drei Mitarbeiterinnen. Interessierte Menschen können sich gerne initiativ bewerben, um diese wichtige Arbeit zu unterstützen. Weitere Informationen findet Ihr unter tinyurl.com/frauenarchiv.

:Maike Grabow

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