Pilotprojekt der Stadtwerke Bochum und der RAG
Wärme aus der Tiefe
Foto-Quelle: ©Stadtwerke Bochum Holding GmbH
Warmes Wasser: An der Zeche Robert Müser wird Grubenwasser zur Fermwärmegewinnung genutzt. Foto-Quelle: ©Stadtwerke Bochum Holding GmbH
Warmes Wasser: An der Zeche Robert Müser wird Grubenwasser zur Fermwärmegewinnung genutzt.

Energie. Das Grubenwasser der Zeche Robert Müser ist ein Erbe des Bergbaus, die Stadtwerke nutzen es zur Fernwärmegewinnung.

Der Ruhrbergbau neigt sich dem unausweichlichen Ende entgegen, doch die Ewigkeitslasten werden das Ruhrgebiet voraussichtlich bis in alle Zukunft begleiten (:bsz 1152). Doch aus dem jährlich mehrere 100 Millionen Euro teuren Unterfangen der Bergsicherung allein in Nordrhein-Westfalen lässt sich unter Umständen ein wenig Kapital schlagen. Im Bochumer Stadtteil Werne nutzen die Stadtwerke das 20 bis 25 Grad Celsius warme Grubenwasser aus 500 bis 700 Metern Tiefe seit einigen Jahren erfolgreich zur Fernwärmegewinnung. Das seit mehr als fünf Jahren laufende Pilotprojekt der Stadtwerke und der RAG Stiftung hat Vorbildcharakter: „Unser Projekt zur Nutzung des Wärmepotenzials des Grubenwassers ist in dieser Form in Deutschland einzigartig“, erklärt Dr. Frank Peper, Abteilungsleiter für Fernwärme, Wasser und Energieprojekte der Stadtwerke.

Aufgrund der Zusammensetzung des Wassers der Zeche Robert Müser stand das Projekt von Beginn an vor besonderen Herausforderungen: „Bei der Errichtung der Anlagentechnik durch die Stadtwerke Bochum war die Schwierigkeit, Materialien zu verwenden, die mit dem aggressiven Medium Grubenwasser zurechtkommen“, berichtet Kai Krischnak von den Stadtwerken Bochum. Nachdem geeignete Materialien gefunden und passende Wärmepumpen angeschafft wurden, begann man, das von der RAG gehobene Grubenwasser zur Wärmegewinnung für das umliegende Gewerbegebiet und die Willy-Brandt-Gesamtschule zu nutzen.

Zukunftspotential 

Da Grubenwasser immer anfalle und die Temperaturen ausreichend hoch sind, um zur Fernwärmegewinnung genutzt zu werden, sei es nur sinnvoll, hiervon Gebrauch zu machen, betont Krischnak. Ob jedoch per definitionem von einer erneuerbaren Energie gesprochen werden könne, könne nicht genau gesagt werden.

Für die Zukunft ist geplant, weitere KundInnen am Schacht Robert Müser mit der Wärme aus der Tiefe zu versorgen, hierzu werden bei Konkretisierung der Pläne Wirtschaftlichkeitsprüfungen durchgeführt werden. Bisher werden bis zu 80 Prozent des Gesamtwärmebedarfs der um die Zeche gelegenen Gebäude durch die produzierte Wärme gedeckt.

:Justin Mantoan