Seminar über Plurale Ökonomik: Wirtschaft aus verschiedenen Blickwinkeln
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Probleme der Gegenwart können nicht durch einseitige Perspektiven gelöst werden: Das ist der Ansatz des Netzwerks Plurale Ökonomik e.V.  Bild: Lukas Böhm (Logo)
Probleme der Gegenwart können nicht durch einseitige Perspektiven gelöst werden: Das ist der Ansatz des Netzwerks Plurale Ökonomik e.V.

Wirtschaft. Lehre auf dem Stand von 1850? Das wollen Studis des Netzwerks Plurale Ökonomik e.V. mit Seminar samt Vorlesung auch für Nicht-ÖkonomInnen ändern. 

Der Homo Oeconomicus: Er handelt rational und ist nach Nutzwerten ausgerichtet, die er abwägen kann. Soziale Charakterzüge sind nicht Teil des Modells; dennoch ist es Grundlage von Veranstaltungen im Bereich der VWL. „Die Lehre ist größtenteils auf dem Stand wie vor 150 Jahren – und genau das wollen wir ändern“, erklärt eine Gruppe Studis der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aus dem Bochumer Zweig des Netzwerks Plurale Ökonomik e.V.
Mit ihrem Seminar „Ökonomische Denkschulen und Grundlagen der Wissenschaftstheorie“ wollen die Studierenden verschiedene Perspektiven auf moderne Wirtschaftstheorien ermöglichen. Die dazu gehörende Ringvorlesung richtet sich auch an Laien. Veranstaltet wird das Angebot über den Lehrstuhl für Makroökonomik von Prof. Michael Roos. 

Multiperspektivität 

Innerhalb der Veranstaltung sollen Studis die Möglichkeit des kritischen Umgangs mit den gängigen Wirtschaftsmodellen und -theorien erhalten. Das Bild einer geregelten, linearen Wirtschaft ist ebenso veraltet wie das des Homo Oeconomicus. Zusätzlich soll die Veranstaltung den Teilnehmenden neue Blickwinkel eröffnen. Progressive Ansätze würden laut VeranstalterInnen auch Einflüsse der Psychologie, Soziologie und Politologie aufweisen. „Durch das Thematisieren dieser Pluralität innerhalb der Wirtschaftswissenschaft sollen Studierende in die Lage versetzt werden, das Gelernte kritisch zu hinterfragen. Hierbei ist es entscheidend, die Wirtschaftswissenschaft ,wieder‘ als eine Geistes- bzw. Sozialwissenschaft zu begreifen“, erklärt das Netzwerk. 

Wann geht es los?

Für die Teilnahme am Seminar, welches am 11. April beginnt, ist eine Anmeldung mit Motivationsschreiben an bochum@plurale-oekonomik.de und mak@rub.de vonnöten. Die Teilnahme an der Ringvorlesung erfordert keine weitere Anmeldung! Die Vortragenden kommen aus dem deutschsprachigen Raum und aus Großbritannien. Der erste Vortrag der Ringvorlesung findet am 2. Mai statt: Prof. Silja Graupe von der Cusanus Hochschule Bernkastel-Kues verbindet Wirtschaft mit freien Erkenntnisprozessen, die ein kritisches Arbeiten ermöglichen. 

:Andrea Lorenz