Black History Month
US-amerikanische Vergangenheit und Gegenwart

Geschichte. Zum Thema Black History füllen Historiker*innen ganze Bücher. Eine kurze Zusammenfassung ist kaum möglich, ohne entscheidende Ereignisse auszulassen.

Hier dennoch ein Versuch: In Nordamerika gab es Sklaverei bereits, bevor es die USA gab. Seit dem 16. Jahrhundert brachten europäische Kolonialisten afrikanische Sklav*innen nach Amerika. Besonders im 17. und 18. Jahrhundert war die Hochzeit des amerika-
nischen Sklavenhandels. Sklav*innen mussten zum Beispiel auf Plantagen arbeiten. Die verschiedenen Rebellionen blieben erstmal erfolglos.
1776 hieß es in der Unabhängigkeitserklärung: ‚,all men are created equal’’. Ihre Rechte seien unter anderem ,,Life, Liberty, and the pursuit of Happiness’’. Hierzu zählten allerdings nur weiße Männer. Thomas Jefferson verurteilte in einer gestrichenen Passage die Sklaverei, war jedoch selbst ein Sklavenhalter. Seit 1808 war zwar der afrikanische Sklavenhandel verboten, aber es gab immer noch zahlreiche Sklav*innen. Erst mit dem Ende des Bürgerkriegs wurde die Sklaverei 1865 abgeschafft.
Doch es folgten weitere Jahre der Unterdrückung: Afro-Amerikaner*innen wurden weiterhin als minderwertig angesehen und Gruppen wie der Ku Klux Klan forderten die Überlegenheit der weißen Bevölkerung.
1926 initiierte Carter G. Woodson die ,,Negro History Week’’, aus der der ,,Black History Month’’ wurde. Doch die wohl wichtigste Entwicklung war die Bürgerrechtsbewegung der 1950er und 1960er Jahre. Ihre Ziele waren weitgefächert: zum Beispiel die Verhinderung von Gewaltverbrechen und die Verteidigung des Wahlrechts. Angeführt wurde sie von Aktivist*innen wie Rosa Parks und Martin Luther King.

:Charleena Schweda

Martin Luther King

Kaum ein Mensch wird mehr mit dem Civil Rights Movement in den USA verbunden als Martin Luther King. Bereits mit 26 Jahren koordinierte er als Leiter des Komittees den Bus-Boykott in Montgomery nach der Festnahme von Rosa Parks. Ein Jahr später wurde die Trennung von schwarzen und weißen in öffentlichen Verkehrsmitteln für verfassungswidrig erklärt, einer der ersten Erfolge der Bewegung. Als bekanntester Sprecher der Bewegung und Befürworter eines gewaltfreien Kampfes für die Gleichberechtigung Afroamerikaner, erhielt er 1964 den Friedensnobelpreis. Im selben Jahr wurde die Rassentrennung wurde im Land gesetzlich aufgehoben.                                   

   :kubu

 

Rosa Parks

Am 1. Dezember 1955 saß eine 42-jährige Afroamerikanerin im vorderen Bereich des Busses. Diese waren jedoch nur für die weißen Leute bestimmt. Als der Busfahrer sie und drei andere Afroamerikaner aufforderte den Platz für einen weißen Fahrgast zu räumen, weigerte sie sich und blieb sitzen. Aufgrund ihres Boykotts rief der Busfahrer die Polizei und Parks wurde wegen öffentlicher Ruhestörung verhaftet und angeklagt. Anschließend wurde sie zu einer Strafe von 10 Dollar verurteilt und trug die Gerichtskosten von 4 Dollar. Nach diesem Vorfall boykottierten die Afroamerikaner*innen in Montgomery (Alabama) den Bus und liefen stattdessen zu Fuß.                                          

:bena

 

Gegenwart

Rein rechtlich sind in den USA und Deutschland nun alle Menschen gleichgestellt. Doch in der Realität ist es anders, meint Junoir-Professorin Rebecca Brückmann (Geschichte Nordamerikas in seinen transkulturellen Bezügen an der RUB).
Aktuelle Gesetzesänderungen, wie zum Beispiel die Supreme Court-Entscheidung Shelby County von Holder aus dem Jahr 2013, könnten negative Auswirkungen haben. „Tatsächlich hatte dies zur Folge, dass viele Staaten verstärkt wieder Einschränkungen des Wahlrechts für Schwarze Bürger*innen vornahmen, zum Beispiel durch verschärfte Ausweisgesetze, unbegründete Streichungen aus Wahlregistern, Einschränkung der Wahllokale, etcetera“, so Brückmann.
Auch die Digitalisierung spielt in der heutigen Zeit eine wichtige Rolle. „Darüber hinaus sind natürlich die Forderungen von #BlackLivesMatter mittlerweile zentral – der Black History Month findet auch digital statt bei Twitter oder Instagram. Das finde ich sehr erfreulich, da es zu einer Demokratisierung von Wissen beiträgt und die Perspektiven vieler Menschen miteinbezogen werden können“, erklärte Brückmann abschließend.                               

  :leda
 

 

Info:Box

Was? Der sogenannte Black History Month ist – wie der Name schon verrät – ein Monat, um Black History und Culture zu thematisieren.
Wann und wo? Ursprünglich aus den USA kommend, wird der Black History Month heute in vielen Ländern zelebriert: erst nur eine Woche lang, mittlerweile jährlich im gesamten Februar.
Warum? Da die US-amerikanische Geschichtsbücher primär die Geschichte der weißen Bevölkerung darstellten, sollte seit 1926 der Fokus alljährlich auch auf die afro-amerikanische Geschichte gelegt werden – und nun generell auf die Black History.

 

 

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