Was passiert, wenn sich keiner*r für HoPo interessiert
Universitäres Spukgespenst
Symbolbild
Spukt seit Jahren herum: Das Gespenst des hochschulpolitischen Desinteresses. Symbolbild
Spukt seit Jahren herum: Das Gespenst des hochschulpolitischen Desinteresses.

Kommentar. Anstatt über intransparente Referent*innenlisten sollte über hochschulpolitisches Interesse gesprochen werden!

Laut Leitung der HU Berlin würden Posten seit Jahren von den selben Personen besetzt, die ihre Politik ungeachtet (und unbemerkt?) von der Öffentlichkeit machen. Aber ist nicht letzteres genau der Punkt, an dem wir einhaken sollten? Die Existenz einer Gruppe, die sich klammheimlich und ungesehen Posten zuschiebt, ist im Endeffekt möglich, wenn es niemanden gibt, der oder die sie aufhält und niemanden, der oder die die Ewigen ersetzt. 

Problematisch ist in erster Linie zunächst, dass sich die Studierendenschaft nicht für ihre Belange interessiert. Das ist kein Berliner Problem, sondern ein Spukgespenst, das an Hochschulen um sich greift und die studentische Partizipation aus sich heraus aushöhlt. Greifbar wird diese Entwicklung vor allem einmal im Jahr: bei den Wahlen zum Studierendenparlament (StuPa). Unter 10 Prozent haben so zum Beispiel an der RUB 2017 über die Zusammensetzung des StuPa abgestimmt. Es ist doch eigentlich wenig verwunderlich, dass der eigene Anspruch, transparent zu agieren, im Angesicht des Interessenmangels zu wünschen übriglassen kann. 

Der Nachwuchs fehlt

Auf der anderen Seite hat diese Entwicklung auch eine weitere Konsequenz: Es gibt niemanden, der oder die in der Hochschulpolitik nachrückt. Es ist die eine Sache, wenn einzelne Personen sich in dem hochschulpolitischen Dunstkreis rumtreiben. Doch wie kann sich eine dynamische Politik ergeben, wenn es an frischen Geistern fehlt, die mit ihren Ideen neuen Wind in den Laden bringen? Wie kann sich jemand guten Gewissens aus diesem Dunstkreis zurückziehen, wenn es keine Nachfolger*innen gibt?

Es ist einfach Bologna oder Intransparenz die Schuld an den Beobachtungen zu geben. Was wir eher brauchen – ich spreche bewusst von einem kollektiven Wir, denn wir Studis sind alle Teil dessen – ist eine neue Beziehung zu unseren eigenen Möglichkeiten. Die kann gewährleistet werden durch einen offenen Austausch innerhalb der Studierendenschaft. Kein Rechtsstreit ist vonnöten, sondern kreativer Input Aller an der Hochschule, um die studentische Autonomie und Interessen langfristig zu wahren! 

:Andrea Lorenz