Rechercheplattform für junge WissenschaftlerInnen
Thesius ist kein griechischer Held
Karikatur: ck
Wege der Recherche gibt es viele: Thesius bietet eine komfortable Alternative. Karikatur: ck
Wege der Recherche gibt es viele: Thesius bietet eine komfortable Alternative.

Wenn sich Mainzer DoktorandInnen zusammentun, um eine Plattform für Promovierende zu gründen, kann am Ende das ambitionierte Projekt Thesius dabei herauskommen. Seit 2012 wirkt die Gruppe in Zusammenarbeit mit einem mehrköpfigen Team an der Erstellung einer Datenbank, die alle in Deutschland abgeschlossenen Dissertationen seit 1948 enthalten soll. Eine spannende Idee, die zusehends wächst.

Bislang kann man auf www.thesius.de Abschlussarbeiten zu vielen verschiedenen Fächern finden – darunter Recht, Wissenschaft, Informatik und Chemie. Dieses Angebot soll in den kommenden Monaten weiter ausgebaut werden. Neben technischen und naturwissenschaftlichen Fächern soll man dann auch auf Inhalte aus dem Bereich der Geistes- und Sprachwissenschaften zugreifen können.  
Entstanden ist die Idee zu Thesius beim Nachmittagskaffee und aus dem Frust über die zerklüfteten und unübersichtlichen Recherchemöglichkeiten in der deutschen Wissenschaft. Liest man den Beschreibungstext auf der Website der Rechercheplattform, bekommt man recht schnell ein Bild davon, was die MainzerInnen eigentlich vorhaben. Sie wollen eine digitale Zuflucht schaffen, die die Recherche und Vernetzung angehender DoktorandInnen fördert und erleichtert. Dabei orientiert sich das Projekt an anderen Plattformen, wie es sie etwa in den USA, England oder Frankreich gibt.

Etymologie

Der Name des Projektes leitet sich von dem Begriff Thesis ab, mit dem im wissenschaftlichen Kontext Abschlussarbeiten zur Erlangung eines akademischen Grades bezeichnet werden. Bereits 600 DoktorandInnen haben sich seit der Veröffentlichung von Thesius im Februar dieses Jahres auf der Recherche- und Wissenschaftsplattform registriert – Zahl steigend.

Isabel Witzler von der DDL Deutsche Dissertationsliste GmbH, so nennt sich die Gesellschaft hinter der Plattform, skizziert, worum es den Betreibern der Seite eigentlich geht. „Studierende haben oftmals Schwierigkeiten, praxisrelevante und interessante Themen für ihre Abschlussarbeiten zu finden. Thesius hat es sich deshalb unter anderem zum Ziel gesetzt, die Sichtbarkeit der Wirtschaft und auch der Wissenschaft und Forschungseinrichtungen zu verbessern.“

Besonders stolz ist das Thesius-Team auf die umfangreiche und innovative Suchfunktion, die das Portal den NutzerInnen an die Hand gibt. Über eine Indexsuche können Titeldaten schnell aufgefunden und ausgelesen werden – dass spart Zeit und verkürzt stundenlange Recherchemarathons im unieigenen OPAC.

Digitaler Helfer

Was die NutzerInnen erhalten, ist eine geordnete und umfangreich aufbereitete Sammlung von Dissertationen (im März waren es bereits mehr als 10.000), die zusehends wächst. Finanziert wird das Portal über InvestorInnen, die auf der Seite werben können, und aus Mitteln des Landes Rheinland-Pfalz. Das Angebot ist komplett kostenlos und auch für Studierende attraktiv, die gerade ihre Bachelor- oder Masterarbeit schreiben. Also schaut mal vorbei!

:Christian Kriegel

Erreichen könnt Ihr die Plattform im Netz unter: www.thesius.de