RUB schafft Plattform gegen Verschwendung von Lebensmitteln
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Hurtig zugreifen: Wer Lindt-Schokolade ergattern will, muss schneller sein als die anderen.Foto: ken
Hurtig zugreifen: Wer Lindt-Schokolade ergattern will, muss schneller sein als die anderen.

Foodsharing. Der AStA (Allgemeiner Studierendenausschuss) der RUB initiiert ein Foodsharing-Regal im Vorraum des Studierendenhauses (SH). „Gratisfutter statt Verschwendung“ lautet die Devise, Selbstbedienung ist ausdrücklich erwünscht. 

62 Kilogramm Lebensmittel werden pro Kopf und Jahr in Privathaushalten in den Müll geschmissen. 47 Prozent davon wurden als „vermeidbar“ eingestuft, so eine Studie der Universität Stuttgart aus dem Jahr 2012. Doch nicht nur Privathaushalte gehen mit Lebensmitteln verschwenderisch um, auch im Bereich des Handels werden mehr Lebensmittel weggeschmissen als tatsächlich nicht mehr genießbar sind, weil sie beispielsweise das Mindesthaltbarkeitsdatum erreicht haben. Neben Tafeln und anderen karitativen Einrichtungen, die die „schlechten“ Lebensmittel nutzen oder weitergeben, etabliert sich darüber hinaus eine wachsende Foodsharing-Szene, die jetzt auch die RUB erreicht hat.

Teilen statt wegschmeissen

Seit zwei Jahren arbeitet das AStA-Referat für Hochschulpolitik und zuletzt Philipp Nico Krüger an dem Projekt Foodsharing. In Zusammenarbeit mit Foodsharing Bochum ist das Ganze am Dienstag, den 13. Juni erfolgreich angelaufen – die erste Lebensmittelfuhre ist angekommen. 

Die Regale, die bis dato unter anderem das Booksharing und Flyer oder Broschüren beinhalteten, werden jetzt mindestens zwei Mal die Woche mit ausrangierten Lebensmitteln aufgefüllt. Für leicht verderbliche Produkte wurde ein Kühlschrank aufgestellt. Die tägliche Pflege des Bestands übernimmt das Service-Referat des AStA, jeweils wöchentlich soll ein Reinigungsteam die Sauberkeit gewährleisten.

Das Projekt stößt auf Gegenliebe: Binnen 30 Minuten waren die großen Lindorkugeln verschwunden, abends lagen noch ein Bund Radieschen und zwei Wirsingköpfe da. Auch die Universitätsverwaltung unterstützt das Foodsharing. „Wir haben von der UV ohne Probleme einen Stromanschluss bekommen“, so Krüger. Zu erreichen sind die Regale bis 19:30 Uhr, am Wochenende ist das SH geschlossen. „Um die Lebensmittel dennoch zugänglich zu machen, werden Freitagabend die Lebensmittel vor das Gebäude gelegt“, erklärt der angehende Lehrer.

Doch nicht nur Supermärkte sollen dort ihre Lebensmittel unterbringen können. „Wir wollen auch Studis, die etwas übrig haben dazu aufrufen, ihre Sachen hier hin zu bringen, statt sie wegzuwerfen.“ Weiterhin habe der AStA vor, eine Kooperation mit Studigarten zu starten, um die Lebensmittel aus dem RUB-eigenen Anbau an die Studierenden zu bringen.

 Sticker für Sicherheit

Das Booksharing wird nun in den Regalen neben dem Foodsharing untergebracht. Außerdem sollen Zeitungsständer für Flyer, Broschüren und die :bsz angeschafft werden. Weitere Zukunftspläne sind unter anderem auch eine Sitzgelegenheit, wegen derer  man in Gesprächen bezüglich der Brandschutzbestimmungen sei. 

In naher Zukunft soll es Aufkleber geben, um die Lebensmittel zu kennzeichnen. Jedes Teil soll einen AStA-Sticker bekommen. „Lebensmittel, die über dem MHD liegen bekommen einen farbigen, damit sie gut erkennbar sind.“ Dies soll nicht nur die Kennzeichnungspflicht erfüllen, sondern auch die AStA-Lebensmittel von denen abgrenzen, die von Studis dazugelegt wurden.

:Kendra Smielowski