Mit neuen Aktionen für die Rechte der Hilfskräfte streiten
Tarifini NRW startet durch
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Bei Fragen zum Arbeitsvertrag: Nicht nur auf dem Weg zu den I-Gebäuden sollten Hilfskräfte einen Zwischenstopp bei der Tarif-Ini einlegen. Foto: USch
Bei Fragen zum Arbeitsvertrag: Nicht nur auf dem Weg zu den I-Gebäuden sollten Hilfskräfte einen Zwischenstopp bei der Tarif-Ini einlegen.

Die Rechte von studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften zu stärken und Benachteiligungen abzuschaffen ist das Ziel der Tarifinitiative NRW – oder kurz Tarifini – seit ihrer Gründung im Jahr 2011. Damit diese Forderungen Gehör finden, hat die Tarifini NRW mit Unterstützung des AStAs das Semester mit einer Reihe von Aktivitäten an der Ruhr-Universität begonnen und ihren Internetauftritt erneuert. Eine der ersten Aktionen war ein Info-Stand, bei dem die Studierenden miteinbezogen wurden, um die Situation der studentischen Hilfskräfte (SHK) zu verbessern.

Am 15. Oktober konnten sich interessierte Studierende und studentische Hilfskräfte im Mensa-Foyer nicht nur über die Tarifinitiative und ihre Ziele informieren, sondern auch selbst aktiv werden und Forderungen auf Schilder schreiben. Die Studierenden wurden anschließend mit ihrem jeweiligen Schild abgelichtet und die Fotos auf einem Plakat gesammelt. Die Bilder sind auch auf den Seiten der Tarifini im Netz zu sehen, sofern die Fotografierten damit einverstanden waren. Die Bandbreite der formulierten Forderungen reichte dabei von „SHK brauchen eine Personalvertretung“ bis zu „mehr Respekt“.

Aktiv in sozialen Netzwerken

Der Info-Stand ist jedoch nicht die einzige Aktion, mit der sich die Tarifinitiative für die Interessen von studentisch Beschäftigten einsetzt. Wer sich auf dem Campus der Ruhr-Universität genauer umschaut, wird an mehreren Stellen das mit Sprühkreide aufgetragene Logo und den Link zur Facebook-Seite der Initiative finden. Sowohl das Logo als auch die Facebook-Seite sind hierbei noch ganz neu. Eine neue Website wird gerade gestaltet und auch auf Twitter und Google+ ist die Initiative inzwischen vertreten. Um auch den persönlichen Kontakt zu studentischen Hilfskräften herzustellen, waren VertreterInnen der Tarifini NRW in den Gebäuden der Universität unterwegs und haben die Hilfskräfte in ihren Büros über die Ziele der Initiative informiert.

Bei diesen ersten Aktionen will es die Tarifinitiative NRW aber keinesfalls belassen; die nächsten Veranstaltungen sind schon in Planung. Ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Aktionen soll weiterhin die Information von studentischen Hilfskräften über ihre Rechte sein. Hierzu sollen sowohl gesonderte Veranstaltungen durchgeführt werden als auch weitere persönliche Besuche in den Büros der Hilfskräfte.

Info-Veranstaltungen für Hilfskräfte

In der Vergangenheit hat die Tarifinitiative NRW an der Ruhr-Uni Bochum und an anderen Universitäten schon mehrere Veranstaltungen und Aktionen zu den Arbeitsbedingungen von studentisch Beschäftigten durchgeführt. Ein zentraler Aspekt war dabei eine Reihe von Postkarten, die mit verschiedenen Sprüchen auf die schwierige Situation der Hilfskräfte hinweisen. Die Postkarten sollen auch künftig auf diese Probleme aufmerksam machen. Die „Traumjob Hilfskraft!?“-Informationsveranstaltungen haben wiederum schon viele studentische und wissenschaftliche Hilfskräfte an verschiedenen Universitäten und Fachhochschulen über ihre Rechte aufgeklärt.

Im Fokus der Anliegen der Tarifini stehen dabei die Einführung einer Personalvertretung für alle studentisch Beschäftigten sowie die Aufnahme der Hilfskräfte in den Tarifvertrag der Länder. Aber auch die Erhöhung der Vertragslaufzeiten auf mindestens ein Jahr und eine transparente Stellenvergabe sind wichtige Forderungen. Mit der Forderung nach der Festlegung eines klaren Aufgabenbereichs und der Information über geltendes Recht will die Tarifini NRW zusätzlich die Rechte von studentischen und wissenschaftlichen Hilfskräften stärken. Denn schon die vorhandenen Rechte der SHK wie ein vertraglich geregelter Urlaubsanspruch können nicht immer durchgesetzt werden. Seit ihrer Gründung durch VertreterInnen des AStAs der Ruhr-Universität, des Netzwerks Wissenschaftsnachwuchs und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) NRW hat die Tarifinitiative schon eine Vielzahl von weiteren ASten und Ver.di für sich gewinnen können.

 

Der Autor dieses Gastbeitrags, Julien Schulze ist Koordinator der vom AStA der RUB unterstützten Tarifinitiative NRW.
 

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