Prallvolles Audimax: AbiturientInnen stürmen den Campus
Tag der offenen Tür an der RUB
Foto: kac
Belagerungszustand: AbiturientInnen-Massen vorm größten Hörsaal. Foto: kac
Belagerungszustand: AbiturientInnen-Massen vorm größten Hörsaal.

Am vergangenen Donnerstag, den 3. April, öffneten die Fakultäten der RUB ihre Türen und warben potenzielle Studierende an. Sowohl Fachschaftsräte der Geistes- und Naturwissenschaften als auch der AStA erläuterten die Vorteile eines Studiums an der RUB.

Um 10 Uhr war der Platz vor dem Audimax gefüllt mit AbiturientInnen, die alle mehr oder weniger wissen wollten, wie ein Studium funktioniert. Zwischen den Eingängen spielte eine Band Swing und versuchte gute Laune zu verbreiten. Im Foyer verteilten sich Informationsstände, wie die Zentrale Studienberatung mit Informationen für Studieninteressierte und -anfängerInnen, die Junge Uni, die ihre Schulprojekte der RUB vorstellte, die Agentur für Arbeit und der AStA, der den SchülerInnen  die Gremienarbeit erklärte und darstellte, was bereits hochschulpolitisch erreicht wurde. „Den SchülerInnen gefielen besonders unsere Flat­rates wie die Theaterflat und metropolrad“, erklärte AStA-Referent Matthias Brüggemann. Als dann mehr oder weniger alle BesucherInnen ihren Platz eingenommen hatten, gab es noch ein rockiges Lied der Band, die danach das Wort an Heiko Jansen übergab.  

„Viel Beton hier“

Mit diesen Worten begrüßte der Leiter des AKAFÖ-Kulturbüros Boskop die AbiturientInnen. Jansen erklärte darauf, dass viele Studierende ihre Lieblingsplätze an der RUB haben: Dazu wurde ein Film gestartet, in dem einige StudentInnen aus unterschiedlichen Fakultäten befragt wurden, wo sie sich gerne aufhalten. Es wurden überwiegend ausländische Studierende befragt, wie z. B. eine Germanistik-Studentin aus China oder ein spanischer Student der Medienwissenschaft.
„Was ist so toll an der RUB?“ Mit dieser Frage übergab Heiko Jansen an die Prorektorin für Lehre, Prof. Dr. Uta Wilkens, das Wort. Wilkens begann ihre Begrüßung mit der Geschichte unserer Universität und beleuchtete, welche Idee hinter der Ruhr-Universität Bochum steht: Es sollten möglichst viele Fakultäten auf einem Campus entstehen; diese Idee wurde Wirklichkeit. Hinzu kommt, dass die RUB inzwischen Bochums größter Arbeitgeber ist. Stolz verkündete Wilkens, dass die Bochumer Universität zudem auf Platz 26 der weltweiten Universitäten unter 50 Jahren steht. Leider verliert die RUB diesen Status, denn sie wird dieses Jahr 50...

„2015 wird es schwierig“

Die Prorektorin erklärte, dass die meisten AbgängerInnen des doppelten Jahrgangs nicht um einen Studienplatz bangen mussten, denn erst 2015 erwarte die Uni die meisten Neuzugänge. Grund dafür sind freiwillige soziale Jahre, freiwilliger Wehrdienst und was sonst noch eine akademische Laufbahn verzögern kann. Damit die Wartelisten nicht unendlich werden, wurden an der RUB 4.500 zusätzliche Studienplätze geschaffen. Das ist nett für die Erstis, aber was wird aus den Vorlesungs- und Seminarräumen? Diese sind auch ohne die zusätzlichen Studienplätze überfüllt und es herrscht ein Kampf, um in einen Kurs angenommen zu werden.

2025 – eine (post-)futuristische Uni

Die Rede von Prof. Dr. Wilkens wurde von einer unvermeidlichen Power-Point-Präsentation begleitet. Bei den erfreulichen Nachrichten, welchen Status die RUB hat, befanden sich zwei Fotos: Auf dem größeren war der jetzige Zustand der Universität zu sehen und auf einem deutlich kleineren ein Entwurf, wie die RUB 2025 aussehen soll. Auf die Fotos wurde gar nicht weiter eingegangen; dabei heißt es bei Präsentationen in Seminaren, man solle auf alles eingehen, was man dort sieht… Die Online-Erläuterung des Entwurfs der RUB erklärt Folgendes: Das Bibliotheksgebäude und das Audimax sollen erhalten und umgenutzt werden. Von Ebene 00 bis hin zur Ebene 06 entsteht im Rahmen der Umgestaltung der Zentralachse eine neue Abfolge von Plätzen, zentralen Gebäuden und Grünräumen. Die Uni-Brücke soll verbreitert werden, um nicht nur als Verbindung zwischen RUB und Uni-Center zu dienen. Angeblich soll diese künftig zudem als Plattform für Information und Aufenthalt dienen. Mit Geschäften wie Kiosk, Copyshop und Café „entwickelt sich die Brücke zur ‚living bridge‘“, so heißt es in der Erläuterung des Entwurfs.

Gleich daneben soll ein ‚RUB-Turm‘ aus Stahl und Glas als neues Institutsgebäude und Aushängeschild mit studentischen Arbeitsräumen entstehen. Er soll ein zentraler Orientierungspunkt am Eingang der RUB werden und als Schnittstelle zwischen Stadt und Universität dienen. Das Musische Zentrum (MZ) würde wie das Studierendenhaus, die Uni-Verwaltung, das Hörsaalzentrum Ost (HZO) und das Forum Nordost (FNO) abgerissen. Die derzeit im MZ beheimateten Institutionen wie die Studiobühne würden in die Untergeschosse des RUB-Turms verbannt.

Erfolgreicher Tag

Die Begrüßung hätte wohl zu lange gedauert, wenn jemand näher auf das Umbau-Projekt der RUB eingegangen wäre. Die AbiturientInnen jedenfalls vermissten offenbar nichts bei der Präsentation. Sie stürmten darauf rasch zu den vor dem Audimax wartenden Fachschaftsräten und stellten viele Fragen.

Eva Fischer vom Dezernat 2, Zentrale Studienberatung, war sehr zufrieden mit dem Ergebnis: „Es waren viel mehr Schüler gekommen, als wir gedacht hätten. Das Audimax war fast komplett gefüllt.“ Auf die Frage, wofür ein Tag der offenen Tür gut sei, erklärte Fischer, es sei wichtig, den SchülerInnen die die Schwellenangst zu nehmen und aufzuzeigen, dass Studieren etwas Schönes sein kann.