Ausstellung über das Wohnen
Stadt, Land, Probleme
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Bunt sind nicht nur die ausgestellten Interieurs: Das Wohnen erfährt seit Jahren einen facettenreichen Wandel. Bild: bent
Bunt sind nicht nur die ausgestellten Interieurs: Das Wohnen erfährt seit Jahren einen facettenreichen Wandel.

Ausstellung. Fehlende Bauflächen, Wandel der Lebensbedürfnisse und mehr: „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ in der Zeche Zollverein. 

Laut Grundgesetz ist es ein Recht aller BürgerInnen. Doch die Frage nach Wohnen ist immer wieder Gegenstand brisanter politischer Auseinandersetzungen geworden. Bis hin zum jüngsten Streit in den Koalitionsgesprächen zwischen SPD und CDU.

Genug Gründe also, das Thema näher aufzugreifen. Dazu lädt das Museum für Architektur und Ingenieurskunst NRW (M:AI) in verschiedenen Räumlichkeiten ein. Aktuell ist die Ausstellung „Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“ in der Zeche Zollverein zu Gast.

Ausgangsfrage der Ausstellung sind die gesellschaftlichen Facetten des Wohnens: Wie haben sich die Ansprüche in den eigenen vier Wänden in der Geschichte verändert? Welche AkteurInnen nehmen Einfluss darauf? Wie sieht es juristisch mit dem Recht auf Wohnen aus? Und wie setzen  ArchitektInnen und RaumplanerInnen das um?

Staat zieht sich zurück

In kleinen Interieurs werden diese Aspekte anhand von Grafiken, Modellen oder Schrifttafeln illustriert. Sie verdeutlichen vor allem den permanenten Wandel, dem das Wohnen unterliegt: So weicht die strikte Trennung von Arbeits- und Wohnwelten, wie sie noch in den späten Nachkriegsjahren von StadtplanerInnen und ArchitektInnen wie Le Corbusier umgesetzt wurden, aktuell dem Gedanken, diese Lebenssphären im Stadtbild wieder näher zusammenzurücken. Genauso wie das Bedürfnis nach mehr gemeinsamen Wohnflächen für die BewohnerInnen. 

Die Bereitstellung von Wohnraumflächen ist auch mit politischen Herausforderungen verbunden: Bis zum Jahr 2020 werden in Deutschland 400.000 Wohnungen benötigt. Doch der Raum, um öffentlich zu bauen, wird zunehmend knapp. Ein Grund: Seit den späten 70er-Jahren zieht sich der Staat aus der Wohnraumfürsorge zurück, das Grundrecht wird dem neoliberalem Dogma von Angebot und Nachfrage überlassen. Eines von vielen Problemen, die in der Ausstellung vorgestellt werden. 

:Benjamin Trilling

Zeit:Punkt

„Alle wollen wohnen. Gerecht. Sozial. Bezahlbar“, 1. Februar bis 4. März. Zeche Zollverein, Schacht XIII, Halle 5. Eintritt frei.