Contra
Soll man Rechtsextreme öffentlich entlarven?

Lest hier, was bisher geschah; und hier den Kommentar für die Entlarvung Rechtsextremer.

Stell Dir vor, in Deiner Vorlesung sitzt einer der führenden rechtsextremen Kader im Lande. Oder ein verurteilter Kinderschänder. Eine Steuerhinterzieherin, ein Vegetarier oder eine Jüdin. Und keiner weist Dich darauf hin. Das ist der Normalfall – und sollte auch der Normalfall bleiben. Denn jeder Mensch hat das Recht, sich zu bilden und bilden zu lassen – ohne Wenn und Aber.

Wie gesagt: Das Recht auf Bildung ist ein Menschenrecht. Wer Einzelnen dieses Recht abspricht, stellt den Status des betroffenen Menschen infrage. Menschen werden dann in Kategorien eingeteilt: Die einen sind gut, die anderen böse. Nur wer die Gesinnung der Rechts-KritikerInnen teilt, soll studieren dürfen. Damit stellen sich vermeintliche DemokratInnen in eine Reihe mit totalitären Herrschern, unter denen Hitler der prominenteste ist. Wer derart radikal argumentiert, gefährdet den wichtigen Kampf gegen Rechts – von links. Wenn Politik im öffentlichen Raum nur noch von radikalen Gruppen betrieben wird, werden gemäßigte Kräfte abgeschreckt. Die politische Mitte, die das Fundament einer wachsamen und demokratischen Gesellschaft bilden sollte, wird zunehmend entpolitisiert. Diese Entwicklung gilt es zu stoppen.

Feuer bekämpfte der Mensch nur so lange mit Feuer, bis der Verstand ihm sagte, dass Wasser und sogar Sand besser wirken und weniger Schaden hinterlassen. Wer wirkungsvoll gegen Rechts eintreten will, sollte kreativ werden und sich nicht von den stumpfen und menschenverachtenden Methoden der politischen GegnerInnen inspirieren lassen. Dabei ist es nicht schädlich, sich zunächst einmal mit den Inhalten zum Beispiel der Rechten zu befassen, ehe blinde Reflexe greifen. Nur wer die Feinde der Demokratie kennt und versteht, kann ihnen wirkungsvoll begegnen – egal ob sie von rechts, links oder von oben (religiöse AntidemokratInnen) kommen.

Aufklärung ist das Gebot der Stunde. Die Politik muss von der Straße zurück geholt werden in die Köpfe der Menschen. Wenn sich das antidemokratische Spektrum des parlamentarischen Weges bedient, muss man es auf diesem bekämpfen. Fordern die AntidemokratInnen den öffentlichen Raum für sich, muss ihnen dort ent- und geschlossen begegnet werden. Wer wegsieht, macht sich schuldig und überlässt den Radikalen das Feld. Diesen Gruppen jedweder Couleur ist es zu eigen, dass sie von ihren AnhängerInnen fanatisch und lautstark unterstützt werden. Es wird Zeit, dass sich auch gemäßigte FreundInnen der Demokratie bemerkbar machen. Wir sind in der Überzahl!

Genau so, wie bei Menschen nicht nach gut und böse unterteilt werden darf, dürfen wir auch AntidemokratInnen oder ExtremistInnen keinen Freifahrtschein ausstellen, nur weil der/die politische GegnerIn vielleicht der/die gleiche ist.

Hinweis: Dieser Artikel wurde ursprünglich fälschlicherweise unter dem Autoren-Tag "GastautorIn" veröffentlicht.

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