Grimme-Preis in Marl verliehen
So viele Würdigungen wie nie zuvor
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Viele GewinnerInnen: Achim von Borries, Liv Lisa Fries und Peter Kurth wurden für die Serie „Babylon Berlin“ ausgezeichnet. Bild: Krd - Own work, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=68313223
Viele GewinnerInnen: Achim von Borries, Liv Lisa Fries und Peter Kurth wurden für die Serie „Babylon Berlin“ ausgezeichnet.

Auszeichnung. Zum 54. Mal wurde der Grimme-Preis in Marl verliehen. Mit 71 schon bekannt gemachten PreisträgerInnen wurden so viele Ehrungen wie noch nie überreicht. Eine Auszeichnung, die für die GewinnerInnen eine besondere Ehre ist.

Bei dem wichtigsten deutschen Fernsehpreis am 13. April wurden Menschen in den unterschiedlichsten Genres ausgezeichnet. Dr. Frauke Gerlach, Direktorin des Grimme-Instituts, meinte zuvor: „Die Preisträgerinnen und Preisträger zeigen in hervorragender Weise einen großen Ausschnitt der Vielfalt der Formsprachen und Möglichkeiten, die das Medium Fernsehen zu bieten hat.“

Ein besonderer Preis

Mit den Auszeichnungen für die Serien „Babylon Berlin“, „4 Blocks“ und „Dark“ im Bereich „Fiktion“ erhielten gleich drei Serien den beliebten Preis. Durch „Dark“ wurde auch erstmals in Deutschland die Eigenproduktion eines Streamingdienstes ausgezeichnet. Auch Preisträger Volker Bruch, Darsteller in „Babylon Berlin“, bemerkt den Wandel in der deutschen Serienbranche: „Auf einmal geht es los, das ist gut.“ Die Serie sei ein Projekt der Superlative gewesen und er findet es gut, dass „Projekte entwickelt werden, dass sie eine Chance kriegen und durchgezogen werden, das ist wichtig.“

Maryam Zaree hat gar nicht mit der Auszeichnung für ihre vergleichsweise kleine Rolle in „4 Blocks“ gerechnet, da das Potential der Frauenrolle zunächst von dem Regisseur verkannt worden sei. Hauptdarsteller Kida Khodr Ramadan erklärt, dass sie sich sehr für den Wandel ihrer Figur eingesetzt habe. 

Neben den Serienpreisen gab es auch einige Auszeichnungen für humoristische Formate in der Kategorie „Unterhaltung“. So wurden Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf für ihren Streich #GoslingGate bei der Goldenen Kamera im letzten Jahr ausgezeichnet. Sie engagierten ein Ryan-Gosling-Double, der für sie die Goldene Kamera holte. „Ryan Gosling“, der in Wahrheit Ludwig Lehner heißt, freut sich über seine Auszeichnung: „Ich habe nicht damit gerechnet, aber es ist für mich eine große Ehre, hier sein zu dürfen und den Preis entgegen zu nehmen. Einen, den ich mitnehmen darf und nicht damit weglaufen muss. Ich darf mich ins Publikum hocken und dort sitzen bleiben.“

Hauptdarstellerin und Autorin Maren Kroymann erhielt einen Preis für ihre Sendung „Kroymann“. „Es geht um Frauen, um die Situationen von Frauen und ihre Stellung in der Gesellschaft, aber durchaus auch um Männer, das hängt ja auch irgendwie zusammen. Wie der eine in der Gesellschaft steht, steht der andere nicht und umgekehrt. Ein großes Thema ist auch das ‚Altsein‘ und das Verhältnis zu jungen Menschen“, erklärt Kroymann in Bezug auf ihre Sendung. Da sie selbst zu beiden Kategorien gehört, findet sie, dass sie diese gut „durch den Kakao ziehen kann“.

Journalistische Würdigung

Bei dem Preis werden auch journalistische Arbeiten geehrt. So ging der Preis in der Kategorie „Information & Kultur“ an die drei Redaktionsleiter von „Panorama“, „Panorama 3“ und „Panorama – Die Reporter“ (NDR), stellvertretend für das gesamte AutorInnenteam. Den Preis erhielten sie bezüglich ihrer Berichterstattung zu den Ereignissen des G20-Gipfels. Der Preis zeichnet die Vielfalt in der deutschen Fernsehlandschaft aus und würdigt jene Formate, die anders und besonders sind.

:Maike Grabow

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