Warum eine günstige Kamera immer noch besser als das Handy ist
Smartphonekamera mit Tücken
Foto: alx (von der Nazi-Demo am Sonntag)
Weitwinkel: Obwohl der Polizist keine zwei Meter entfernt steht, ist das Ohr der Demonstrantin größer als dessen Kopf. Foto: alx (von der Nazi-Demo am Sonntag
Weitwinkel: Obwohl der Polizist keine zwei Meter entfernt steht, ist das Ohr der Demonstrantin größer als dessen Kopf.

Nahezu jedeR hat ein Smartphone, doch die wenigsten wissen um die Möglichkeiten und Grenzen der eingebauten Kamera. So wirbt Apple mit den beeindruckenden Bildern, die mit einem iPhone gemacht werden können. Es bleibt die Frage: Braucht man überhaupt noch eine richtige Kamera?

Für viele „Gelegenheitsknipser“ mag ein Smartphone ausreichen, um akzeptable Bilder zu schießen, gerade dann, wenn es um Landschaftsaufnahmen geht. Wer allerdings mehr will und zum Beispiel Portraits und Sportaufnahmen schießen möchte, wird erkennen, dass sie nicht für jeden Anlass ideal ist. Es wird nämlich schwerfallen, das Bild formatfüllend umzusetzen, wenn der/die FotografIn beispielsweise nicht auf Tuchfühlung mit einem Ball kommen will. 

In Smartphones werden nämlich Weitwinkelobjektive verbaut, sodass viel auf ein Bild drauf passt. Ein möglicher Nachteil solcher Objektive ist insofern, dass nahe Elemente überproportional groß erscheinen, obwohl die Distanzen überschaubar sind. Gerade bei Portraits können so komische Effekte entstehen, wie etwa gigantische Köpfe und kleine Füße.  

Nicht immer das, was die FotografInnen sehen

Wer also mehr als Landschaften fotografiert, sollte, zu einer Kamera greifen, die verschiedene Brennweiten bietet.

Ein weiterer Unterschied zwischen den inselbegabten Kameras und den Universalgenies unter den Smartphones bleibt die Bildqualität und die technische Autonomie. Kaum ein Handy lässt sich im manuellen Modus bedienen, wodurch die FotografInnen nur hoffen können, dass die Kamera die richtigen Einstellungen wählt. 

Was den HandynutzerInnen dann als Bild geliefert wird, mag den einen oder anderen verwundern. Viele Hersteller greifen nämlich ungefragt auf Softwaretunings zurück und „schärfen“ beispielsweise die Bilder, um sie detailreicher erscheinen zu lassen. 

Wer also bestimmte Motive fotografieren möchte, sollte sich ernsthaft fragen, ob er nicht eine „richtige“ Kamera möchte. Wichtiger als die Technik ist und bleibt allerdings der Spaß an der Fotografie und dass die Kamera auch mitgenommen wird. So empfiehlt sich meist weniger eine Spiegelreflex-, sondern eher leichte Kompakt- oder Systemkamera. Gute Einstiegskameras gibt es inzwischen schon für circa 300 Euro und gebraucht noch günstiger.