Keine Cheerleader mehr?
Sexismus sexistisch bekämpfen
Symbolbild

Sexismus im Sport ist generell ein großes Problem, zu dem jede*r eine andere Meinung zu haben scheint. So auch bei der aktuellen Debatte um eine mögliche Abschaffung von Cheerleadern. Ende letzten Monats erklärte der Basketballclub Alba Berlin, dass man sich Gedanken über die Rolle von Cheerleadern bei ihren Sportevents gemacht habe. So verkündete der Geschäftsführer Marco Baldi, man sei ,,zu der Überzeugung gekommen, dass das Auftreten junger Frauen als attraktive Pausenfüller bei Sportevents nicht mehr in unsere Zeit passt‘‘.
Vielleicht erstmal vorweg: Sich darüber Gedanken zu machen, inwieweit Frauen sexualisiert werden und was man(n) dagegen machen kann, ist natürlich eine gute Sache. Also an dieser Stelle ein Lob an Alba Berlin, dass Sexismus überhaupt thematisiert wird!
Danach hört es aber leider schon auf. Denn die Formulierung, Cheerleader und deren Auftritte seien nur ,,attraktive Pausenfüller‘‘ diskreditiert vollkommen die sportliche Leistung hinter den Tanzauftritten. Sicherlich ist der Blick vieler männlicher Basketballfans auf die weiblichen, leicht bekleideten Cheerleader ein sexualisierter, der die sportliche Leistung nicht wertschätzt. Aber ist die Problemlösung, einfach das Auftreten der Frauen zu verhindern, anstatt an dem männlichen Blick zu arbeiten? Hier haben wir, was Simon Sales Prado in der taz als ,,Feminismus für Faule‘‘ bezeichnete. Generell reagiert die Öffentlichkeit zwiegespalten: Während einige die Entscheidung Alba Berlins für progressiv halten, gibt es ebenfalls viel kontra.
Ob die Cheerleader selbst gefragt wurden, die den Sport schließlich freiwillig ausüben, ist zu hinterfragen. Und ob der Versuch unternommen wurde, das vermeintliche Problem anderweitig – vielleicht durch mehr männliche Cheerleader oder andere Kleidung – zu lösen, erst recht. Letztlich ist es so: In einer von Männern dominierten Sportart wird der Versuch unternommen, darüber zu entscheiden, in welchem Sinne das Auftreten von Frauen zeitgemäß und in welchem zu sexualisiert sei. Danke hierfür.

:Charleena Schweda