Innovationsüberblick 2016: Neue Antibiotika, 3D-Drucker und weißer Laser
Science-non-Fiction
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Wohnzimmer und Arbeitsplatz: Mit der Holo Lens könnten sich zum Beispiel Arbeitsprozesse und unser Umgang mit Unterhaltung grundlegend wandeln. Foto: Microsoft
Wohnzimmer und Arbeitsplatz: Mit der Holo Lens könnten sich zum Beispiel Arbeitsprozesse und unser Umgang mit Unterhaltung grundlegend wandeln.

Innovationen prägen unser Leben, egal ob es das Rad, Antibiotika oder das IPhone sind. Was es alles für Neuerungen und Erfindungen dieses Jahr noch geben wird, ist nicht mit Gewissheit zu sagen, genauso wie die Frage wie diese ankommen werden. Vielversprechende Ansätze, die neue Möglichkeiten aufstoßen können, zeigt Euch dafür dieser kurze Überblick.

Holo Lens und Oculus Rift:

Wie wir Medien konsumieren und arbeiten, könnte sich durch die Einführung von Virtual-Reality-Brillen (VR) grundsätzlich ändern. Zwar ist der Ansatz, Inhalte per Brille anzubieten, nicht neu, aber diese interaktiv zu gestalten und sogar in die reale Welt zu integrieren, schon. Während Oculus Rift als reine Bildschirm-Brille daherkommt, wird die Microsoft Holo Lens Inhalte wie Videos, Spiele oder auch 3D-Modelle direkt via internem Projektor in die unmittelbare Umgebung integrieren. Beide Brillen erscheinen im ersten Quartal und sind für circa. 800 Euro (Oculus Rift) beziehungsweise 2670 Euro (Entwicklerversion der Holo Lens) zu haben.

Weißer Laser:

Dass Licht, wenn es gestreut wird, die Farben des Regenbogens zeigt, erfahren wir schon im Physikunterricht. Dass es jetzt genauso auch weiße Laserstrahlen gibt, ist weniger bekannt. 2011 wurde dies zum ersten Mal von WissenschaftlerInnen ermöglicht und Mitte 2015 an der Arizona State University in einem einzigen Halbleiterbauteil umgesetzt. Zu den positiven Eigenschaften eines solchen Lasers zählt, dass er effizienter und farbgetreuer arbeitet. So könnte er unsere Beleuchtungssysteme, aber auch Kommunikation wesentlich beeinflussen.

Stromversorgung via WiFi:

PoWiFi heißt die neue Technik, die Geräte aufladen kann, indem inhaltsleere Datenpakete per WiFi verschickt werden, die in Energie umgewandelt werden können. Ermöglicht haben dies WissenschaftlerInnen der Washington University, die so jede halbe Stunde ein Bild in Graustufen schießen konnten, ohne eine andere Energiequelle zu nutzen.

Neue Antibiotika:

Fehlerhafte Einnahme und der massive Einsatz von Antibiotika haben dazu beigetragen, dass sich multiresistente Keime ausgeprägt haben. Das bedeutet, dass diese Keime nicht mehr von den gängigen Antibiotika beseitigt werden können. Wir finden sie inzwischen sogar zum Teil auf Gemüse, wie ein Münsteraner Professor für Lebensmittelmikrobiologie vor kurzem nachweisen konnte. Quelle für neue Antibiotika gegen manche Keime könnte der Wirkstoff Teixobactin sein, der bei der Behandlung von Tuberkulose oder Blutvergiftungen eingesetzt werden könnte. Besonders wichtig wäre dieses Medikament, da schon seit dreißig Jahren keine neuen antibiotischen Wirkstoffe entdeckt wurden.

3D-Drucker:

Inzwischen sind 3D-Drucker für jeden erschwinglich und die Technik weitet sich auf andere Bereiche aus. So gibt es beispielsweise Betondrucker, mit denen Hausteile gebaut werden können, bei anderen entstehen aus flüssigem Harz  – das erhärtet wird  – filigrane Figuren und jetzt sogar Glas (Massachusetts Institute of Technology) oder Blutgefäße (Frauenhofer). Ob die Science-Fiction-Variante des Replikators aus der Serie Star Trek Realität werden wird, ist ungewiss, doch erste Ergebnisse gibt es nun bereits in für die Lebensmittelindustrie, wie die NASA mit einer gedruckten Pizza schon 2014 bewies.

:Alexander Schneider