Praktische Helfer oder gemeine Zerstörer: Die Statt-Zwei-Euro-Chips des AStA
Schließfach-Poker in der UB
Foto: kac
Plastik statt Geld: In der UB haben einige Studis die neuen Bib-Coins getestet. Foto: kac
Plastik statt Geld: In der UB haben einige Studis die neuen Bib-Coins getestet.

Schnell in die Bibliothek, aber kein passendes Geldstück fürs Schließfach? Die seit kurzem vom AStA herausgegebenen Chips sollten dem Dilemma eigentlich ein Ende setzen. Doch schon werden die ersten Probleme bekannt: Angeblich ließen sich die Schließfächer mit den Chips gar nicht erst nutzen oder machten diese sogar kaputt.

Zur Überprüfung der Vorwürfe haben wir eigene Tests angestellt. Dabei haben wir festgestellt, dass die Chips in der Universitätsbibliothek (UB) einen Großteil der Zeit zu funktionieren scheinen. Allerdings sind wir auf beinahe zehn Prozent der Schließfächer gestoßen, die sich mit den Plastikscheiben gar nicht abschließen lassen wollten – kaputt gemacht haben wir natürlich nichts!

UB: Bitte ohne Chips!

Die UB scheint von den Chips wenig begeistert zu sein, schließlich seien die Schranksysteme nur für den Gebrauch mit Zwei-Euro-Münzen vorgesehen. Nadine Wachnau von der Information erklärte, dass die aus Plastik gefertigten Chips zu leicht seien und sich daher im Schließsystem verkanten könnten. Passiere dies, so könne der Schrank nicht mehr mit dem Schlüssel geöffnet und das Schloss müsse komplett ausgebaut werden. Dass der blaue Geldersatz funktioniert ist also nicht ausgeschlossen – es kann aber anscheinend  gründlich schief gehen. Dann doch lieber den Geldwechselautomaten nutzen und auf Bewährtes setzen?

AStA weist Vorwürfe zurück

AStA-Vorsitzender David Schmidt betont, dass die Chips vor der Herausgabe eingehend getestet wurden: „Vor der Bestellung der ca. 4000 Chips haben wir anhand von Testchips, die wir uns schicken ließen, die Funktionalität geprüft. Die dann bestellten Chips mit AStA-Logo funktionierten in der Bibliothek bei Tests einwandfrei.“ Von Problemen mit den Chips sei ihm nichts bekannt. Ursprünglich waren die Plastikscheiben als einfache Alternative zum Geldwechselautomaten gedacht.

Ob die Plastikscheiben die Schließfächer tatsächlich kaputt machen oder nicht, lässt sich nicht mit endgültiger Sicherheit sagen. Ob man es allerdings riskieren sollte, die gerade zu Stoßzeiten oft komplett belegten Fächer diesem Risiko auszusetzen, muss wohl jedeR für sich  entscheiden. Fragt sich nur, warum AStA und UB nicht schon im Vorfeld miteinander gesprochen haben, um die Diskussion gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Wer die blauen Scheiben dennoch nutzen möchte, sei beruhigt: Als Einkaufswagenchips funktionieren sie einwandfrei. Und als Pokerchips kommen sie auf der nächsten Party bestimmt auch gut an.

:Stefanie Lux & 

:Katharina Cygan

Ornella, 22, studiert Anglistik, probierte den Chip sofort aus:
„Coole Sache, ich finde es immer ätzend Geld zu wechseln oder darauf zu achten, ein Zwei-Euro-Stück mitzunehmen.“
 
Thilo, 68, UB-Gast:
„Das wäre großartig, wenn die UB-Chips auch noch in einen Einkaufswagen passen.“
 
Lisa, 19, Medizinstudentin:
„Ehrlich gesagt, wenn jemand seine zwei Euro vergisst, dann vergisst er auch den UB-Chip. Ich bin mir nicht sicher, ob man das wirklich braucht.“

 

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