PFC-Kontamination bei Bundeswehrübungen
Schadstoffe freigesetzt
Symbolbild
Symbolbild

Brandschutz. Laut des Bayrischen Rundfunks hat die Bundeswehr in etwa 18 Fällen Kontamination durch Löschmittel zu verantworten.

PFC steht für „per- oder polyfluorierte Chemikalien“. Dabei handelt es sich um Kohlenstoffketten, bei denen die Bindungen zu den Wasserstoff-Atomen teilweise (poly-) oder vollständig (perfluorierte Chemikalien) aufgehoben und durch Fluor-Atome ersetzt wurden. Die Verbindung zwischen Kohlenstoff-und Fluor-Atomen ist äußerst stabil und kann auch in Lösungen mit Flüssigkeiten wie Öl nicht getrennt werden. Deshalb werden PFC-Löschschäume bei Bränden der Klasse B eingesetzt. Darunter fallen auch Kerosin-Brände. Die Bundeswehr hat den seit 2009 im Anhang B des Stockholmer Übereinkommens als Schadstoff deklarierte Substanz PFOS (Perfluoroctansulfonsäure) zuvor eingesetzt. Danach habe es bei der Bundeswehr Erlasse gegeben, die den Einsatz von PFOS untersagten. Die Kontaminationen können heute durch verbesserte Analysemethoden nachgewiesen werden. Das Bundesumweltamt schreibt dazu, dass PFC in Feuerlöschmitteln auf Brandfälle beschränkt werden sollen, bei denen es keine wirksame Alternative gibt.“  

Kann nicht abgebaut werden

Wenn das PFC einmal in die Umwelt gelangt ist, dann wird die Eigenschaft des PFC-Schaums, die eben noch ein Segen war, zum Fluch. In der Natur kann die Substanz weder biotisch noch abiotisch abgebaut werden. In Kläranlagen können perfluorierte Chemikalien nicht abgebaut werden, teilt das Bundesumweltamt mit, stattdessen entstünden bei Klärprozessen gar neue perfluorierte Substanzen. Menschen nehmen PFC über Trinkwasser und beispielsweise Pflanzen auf. Auch der menschliche Organismus kann das PFC nicht abbauen – es bleibt im Körper und kann dort Schaden anrichten.
Das ganze Ruhrgebiet scheint von PFC-Verschmutzung durch die Bundeswehrübungen nicht betroffen zu sein. Auf der vom BR veröffentlichten Karte der Kontamination von Grundwasser jedenfalls ist rund um Bochum ein weißer Fleck.

:Jonathan Josten