Es geht auch ohne Tierversuche, Ausbeutung und Umweltverschmutzung
Rücksichtsvoller Konsum in Bochum
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Gesundes, veganes Essen: Gewusst wo in Bochum. Foto: Jacq
Gesundes, veganes Essen: Gewusst wo in Bochum.

Wer zum Studieren nach Bochum kommt, der braucht in der Regel mehr als ein Dach über dem Kopf, eine gut ausgestattete Universitätsbuchhandlung und einen Supermarkt ums Eck. Ebenso muss ein Lieblingscafé gefunden, der beste Klamottenladen der Stadt entdeckt und die schärfste und leckerste Currywurst in der Umgebung ausfindig gemacht werden. Doch wer dabei nicht nur an sich selbst denken, sondern auch Natur, Mitmenschen und Ressourcen schonen will, der muss oft lange suchen und weit fahren. Deshalb hier einige Tipps für nachhaltigen, fairen und grünen Konsum in Bochum.

„Kleider machen Leute“ heißt es, und dementsprechend legt ein Großteil der Menschen mehr oder weniger viel Wert auf seine Kleidung. Doch woher die Kleidung eigentlich kommt und wer die Materialien produziert und die Sachen angefertigt hat, das interessiert kaum jemanden. Wem doch etwas daran liegt, Kleidung zu tragen, die unter fairen Arbeitsbedingungen und im Einklang mit der Umwelt hergestellt wurde, muss meist auf Online-Shops zurückgreifen. Kaum zu glauben, dass es mitten in Bochum einen Modeladen gibt, in dem ausschließlich Labels vertreten sind, die sich verpflichten, unter menschenwürdigen und fairen Bedingungen zu produzieren. Daniel Schmitz, der Inhaber von „Native Souls“, erzählt, was den Laden besonders macht: „Auf den ersten Blick sind wir einfach ein cooler Klamottenladen, wenn man aber ein wenig genauer hinschaut, erkennt man das Besondere: All unsere Sachen sind ökologisch korrekt und nachhaltig hergestellt, z.B. aus Bio-Baumwolle oder Hanf. Das umfasst auch den kompletten Anbau, die Verarbeitung sowie auch z.B. den Transport.“ Das Anliegen dahinter ist es, „nicht bei der ´Geiz-ist-Geil`-Sache mitzumachen, sondern Mode anzubieten, die modern ist und trotzdem lange getragen werden kann. Viele Reisen haben uns die Augen geöffnet, was tatsächlich in der Welt abgeht und wir wollten es ein wenig anders machen“, so Daniel. Native Souls findet Ihr am Südring 15, Ecke Brüderstraße.

Gute Gaumenfreuden

Nach dem Shoppen ist ein Kaffee genau das Richtige. In der Nähe des Schauspielhauses, an der Oskar-Hoffmann-Straße 34, führen die beiden Schwestern Katrin und Nina Oberheitmann ihr Café „Fräulein Coffea“. Hier bieten sie liebevoll zusammengestellte Köstlichkeiten und Kaffeespezialitäten, Tees, Chai und heiße Schokolade, wahlweise auch laktosefrei oder mit Sojamilch, sowie verschiedene Limonaden an. Aber auch Torten, Kuchen und herzhafte Stullen gibt es hier. Und: „Da wir ein Zeichen setzen wollen und weil es ohne Chemie einfach besser schmeckt, gibt es bei uns hauptsächlich Bio Produkte“, so Nina. Zu den Lieferanten der Schwestern gehören beispielsweise der „Trantenrother Hof“ in Witten (übrigens mit tollem Hofladen) und „Bio la Torta“. Besonders die gemütliche Atmosphäre und sein gemischtes Publikum machen das Café aus.
Wer es etwas deftiger liebt, der wird bei „Blondies“ an der Kortumstraße 140 fündig. Hier gibt es vor allem Burger in etlichen Variationen, aber auch Currywurst und andere Snacks.  Alles wird sowohl vegan als auch vegetarisch oder aber mit Bio-Fleisch angeboten. So können Veganer, Vegetarier und Fleischliebende zusammen speisen, ohne dass dabei jemand zu kurz kommt.

Gute Geldanlagen

In Bochum gibt es die erste sozial-ökologische Bank der Welt. Wer wissen will, was mit seinem Geld passiert, während es auf dem Konto einer Bank verweilt, der sollte zur GLS-Bank wechseln. Die Bank, die ihren Hauptsitz in Bochum hat, unterstützt ausschließlich wirtschaftlich, ökologisch und sozial sinnvolle Projekte und wurde damit zu Zeiten des wachsenden Unmuts gegen die Banken und ihr verantwortungsloses Handeln in Umfragen zur besten Bank des Jahres 2010, 2011 und 2012 gewählt. Hier kann der Kunde selbst entscheiden, ob mit seinem Geld Einrichtungen aus nachhaltigen und sozialen Bereichen wie regenerative Energien, freie Schulen und Kindergärten, ökologische Landwirtschaft oder Behinderteneinrichtungen unterstützt werden. Für junge Menschen bis 27 gibt es ein kostenloses Girokonto. Weitere Informationen gibt es unter www.gls.de oder an der Oskar-Hoffmann-Straße 26.

Gute Gelegenheiten

Außerdem sollte der/die Interessierte sich schon mal diese Termine vormerken: Vom 5.-7. April macht die Messe „Heldenmarkt“ in der Bochumer Jahrhunderthalle Halt. Diese „Messe für nachhaltigen Konsum“ bietet neben vielen Ausstellern aus fast allen Lebensbereichen auch ein vielseitiges Rahmenprogramm mit Vorträgen zu Themen wie umwelt- und sozialverträgliches Reisen, Bienenhaltung, Grünes Design, veganes Kochen und faires Wirtschaften an. Informationen und Programm unter www.heldenmarkt.de.
Vom 08.-19. Mai lockt ebenfalls das Festival n.a.t.u.r. in die Bochumer Innenstadt – an verschiedenen Spielorten wird die Stadt dann wieder zum bunten Schauplatz der kreativen Auseinandersetzung mit den ökologischen, ökonomischen, sozialen und kulturellen Herausforderungen unserer Zeit. Der Schwerpunkt wird in diesem Jahr auf der Frage „Wie wollen wir leben?“ liegen. Das Programm wird demnächst auf www.festival-natur.de zu finden sein.