Fast 15.000 BürgerInnen geben für das Kunstprojekt in Bochum ihren Namen
Platz des europäischen Versprechens eröffnet
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Ob Chantal und Jeremy-Pascal auch drauf stehen? Selbst bei Wind und Regen suchen rüstige BochumerInnen mit Taschenlampen die Namen nach EnkelInnen, Verwandten oder FreundInnen ab. Foto: bent
Ob Chantal und Jeremy-Pascal auch drauf stehen? Selbst bei Wind und Regen suchen rüstige BochumerInnen mit Taschenlampen die Namen nach EnkelInnen, Verwandten oder FreundInnen ab.

Trotz massiver Kritik an den Kosten: Der Platz des europäischen Versprechens vor der Bochumer Christuskirche wurde am 11. Dezember eingeweiht.

Spätestens als es wieder anfängt zu regnen, werden die ersten ungeduldig: „Das ist ja wie ¨ne endlose Fernsehserie“ oder „Da suche ich ja noch bis Weihnachten“, heißt es von rüstigen BesucherInnen, die im Dunkeln mit Taschenlampen die 21 grauen Lavabasaltplatten absuchen – auf der Suche nach dem eigenen Namen oder denen von Verwandten und Freunden. Denn insgesamt 14.726 BürgerInnen aus 1.300 Städten haben ihren Namen für das Projekt des Künstlers Jochen Gerz zur Verfügung gestellt.

Am 11. Dezember wurde der Platz des europäischen Versprechens in Anwesenheit von Bochums Oberbürgermeister Thomas Eiskirch, Bundestagspräsident Norbert Lammert und anderen VertreterInnen aus Politik und Kultur feierlich eingeweiht.

„Sinnbild von Steuergeldverschwendung“

„Der Platz ist fertig. Alleine das ist eine Botschaft“, so Eiskirch. Denn die Zahlen des Projekts sprechen für sich: Erst mit fünf Jahren Verspätung wurde der Platz, der für das Kulturhauptstadtjahr 2010 geplant war, fertiggestellt. Die Kosten stiegen von anfänglich eingeplanten 1 Million Euro auf 3,4 Millionen, 1,6 davon übernahm die Stadt Bochum selbst. „Die Entstehungsgeschichte des Platzes zeigt, wie Projekte in unserer Stadt nicht laufen dürfen“, erklären die Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Rat, Manfred Preuß und Astrid Platzmann. „Die Politik wurde lange Zeit über wesentliche Kostenpunkte des Projekts im Unklaren gelassen und zum Teil auch falsch informiert.“ Als „Sinnbild von Steuergeldverschwendung, schlampiger Arbeit und

Selbstbedienungsmentalität“ kritisierte die im Rat vertretene Soziale Liste das Prestigeprojekt.                              

:Benjamin Trilling

Lest auf Benjamins Kommentar dazu.