Ehrenamtliche Helferinnen fordern Wildtierauffangstation in Bochum
Obdach für Igel
Foto: Almuth Riedel
Auslauf nach der Pflege: Erste Schritte Richtung Auswilderung. Foto: Almuth Riedel
Auslauf nach der Pflege: Erste Schritte Richtung Auswilderung.

Bochumer Tierschützerinnen sind überlastet: Über 100 Igel wurden im letzten Jahr über den Igelnotruf in Obhut der Ehrenamtlichen gegeben. Keine von ihnen hat die Kapazität, all die Schützlinge zu päppeln, gesund zu pflegen und wieder aus zu wildern. Die Forderungen nach einer Wildtierauffangstation werden lauter.

Der Arbeitskreis Umweltschutz e. V. (AkU) ist überlastet. Die fünf ehrenamtlichen Helferinnen, die sich um verletzte Wildtiere kümmern, sind ausgelastet. 102 verletzte Igel konnten sie im letzten Jahr versorgen. Im Oktober war der Andrang so groß, dass Almuth Riedel, eine der Helferinnen, einen Aufnahmestopp ausrufen musste. Die Kapazitäten waren erschöpft. 

Nun wird abermals die Forderung nach einer Wildtierauffangstation in Bochum laut (die nächstgelegene ist das Schneckenhaus in Grevenbroich). Dabei geht es nicht nur um Igel. Auch andere Tiere, denen im Tierheim nicht geholfen wird, sollen dort versorgt und später wieder freigelassen werden. Darunter auch Eichhörnchen, Feldhasen, Wildkaninchen, Mader, Füchse und Wildvögel (darunter Eulen, Greif- und Sindvögel). 

Das liebe Geld

Erstmals formuliert wurde die Forderung nach der Auffangstation noch unter Oberbürgermeisterin Ottilie Scholz. Seither wird sie regelmäßig wieder ausgesprochen. „Die Stadt Bochum hat kein Geld“ sei die Antwort, die man auf die Forderung bekäme, sagt Almuth Riedel, die zurzeit acht Igel versorgt. „Man bekommt schon einen anderen Blick auf Investitionen wie das Musikforum. Manchmal ertappe ich mich dabei, wie ich denke ‚Mensch, davon hätte man 20 Jahre lang eine Wildtierauffangstation betreiben können.’“ 

Welche Kosten an der ehrenamtlichen Hilfe hängen, wird häufig unterschätzt: pro Igel werden etwa 25 Euro nur für Tierarzt und Futter ausgegeben. Über Spenden könne der AkU das decken. Darin seien aber weder Pflege (Käfig reinigen, Medikamentengabe, Füttern der Baby-Igel) noch Zeit, Strom (Wärmelampen für die Kleinen) oder Unterbringung enthalten. Das bliebe an den Privatpersonen hängen und sei inzwischen zu einer zu großen Belastung geworden. 

:Kendra Smielowski