Keine Uni für Faschist*innen
Neonazis raus aus der Uni
Bild: Runter von der Matte
Neonazis: Weder im MMA, noch in der Uni gern gesehen. Bild: Runter von der Matte
Neonazis: Weder im MMA, noch in der Uni gern gesehen.

Kommentar. In Leipzig sorgen rechtsradikale Kampfsportler für Unmut an der Uni. Doch das Problem ist nicht nur sächsisch.

An der Uni Leipzig trainieren Neonazis. Vermutlich will man sich rüsten für den nächsten Angriff auf einen linksalternativ geprägten Stadtteil, vielleicht will man auch für die nächsten ostdeutschen Ausschreitungen gewappnet sein. Das Problem ist jedoch nicht nur, dass Rechtsradikale in den Räumlichkeiten einer Universität Kampfsport betreiben – dafür könnten sie sich auch andere Räumlichkeiten anmieten –, sondern die Selbstverständlichkeit, mit der sich Neonazis an den Universitäten bewegen. Auch an der Ruhr-Uni ist das Problem bekannt. Sei es ein bekannter und bekennender Neonazi in der juristischen Fakultät (:bsz 981), ein vermeintlicher Hobbyflorist in den Wirtschaftswissenschaften (:bsz 1143) oder die Möchtegern-Intellektuellen der „Identitären Bewegung“ (:bsz 1154). Rechtsradikale fühlen sich wieder wohl an den deutschen Universitäten. Das ist nicht etwa ein Problem, weil Bildung exklusiv für Demokrat*innen zur Verfügung steht, sondern deshalb, weil sich Faschist*innen mit einer nahezu erschreckenden Selbstverständlichkeit in den öffentlichen Fokus bewegen und nach und nach den gesellschaftlichen Kurs mitbestimmen (wollen). Und das beginnt eben nicht erst auf der nächsten Neonazi-Demonstration oder bei der kommenden Gauland-Rede über die angebliche Großartigkeit der Wehrmacht, sondern wenn sich Neonazis wo auch immer Gehör verschaffen. Gewiss wird das Problem erst deutlich, wenn Menschen gejagt werden oder ein kompletter Stadtteil angegriffen wird. Wenn diese Aktionen jedoch von eben solchen Neonazis begangen oder zumindest unterstützt werden, die zur Vorbereitung die Infrastruktur der Universitäten nutzen – wie nun in Leipzig geschehen –, dürfen weder Hochschulleitungen noch demokratische und vereinte Studierendenschaften schweigen. Dann ist es Zeit, die Universitäten zu entnazifizieren. Menschen, die der Demokratie den Kampf angesagt haben und gegen eine solidarische und friedliche Gesellschaft agieren, sollten auf keinem Campus willkommen sein. Neonazis raus aus den Universitäten.        

:Justin Mantoan