Studentisches Krimi-Dinner feiert Premiere
Mord im KulturCafé
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Nicht das KuCaf, sondern der Speisesaal der Titanic 1912: Das AStA Krimi-Dinner punktet mit Detail-Liebe und profitiert von der Detail-Liebe der GästInnen. Bild: sat
Nicht das KuCaf, sondern der Speisesaal der Titanic 1912: Das AStA Krimi-Dinner punktet mit Detail-Liebe und profitiert von der Detail-Liebe der GästInnen.

Krimi-Dinner. Lord Wellington ist tot. Der Liebling der Damenwelt und neuer Besitzer des sagenumwobenen Edelsteins „Shivas Auge“ wurde ermordet. Bewahrheitete sich der Fluch des Juwels oder hatten seine BegleiterInnen womöglich ein Motiv?

Am Mittwoch, verwandelte sich das KulturCafé um 19 Uhr in die erste Klasse des Luxusdampfers Titanic. An Bord: der kürzlich verstorbene Lord Wellington, viele Verdächtige und der berühmte Detektiv Herlock Sloames. Und sein treuer Begleiter Dr. Waterson.  

Zu dieser mörderischen Dampffahrt lud das Kulturreferat des AStA der RUB ein. Allen voran Julia und Astrid, die Initiatorinnen und Spielführerinnen des Abends. Die Idee für ein studentisches Krimi-Dinner sei bereits im April entstanden, die Umsetzung erfolgte dann in den Semesterferien „und seit Anfang des Wintersemesters sind wir eigentlich täglich dran.“

Ablauf

Die Plätze waren beschränkt und daher war eine Anmeldung vorab nötig: „Wir hatten die Veranstaltung nur einige Tage hochgestellt und waren nach wenigen Tagen bereits ausverkauft“, berichtet Julia über das große Interesse der Studierenden. Eine Gruppenanmeldung war nicht zwingend erforderlich; auch Einzelpersonen oder Paare konnten sich anmelden.

Zwei Wochen vor dem geplanten Mörder-Menü erhielten die TeilnehmerInnen eine E-Mail mit „der Einladung zur Titanic-Fahrt“, den Spielregeln und der jeweiligen Charakterbeschreibung. In dieser steht beispielsweise der Rollenname, eine knappe Übersicht über die Vergangenheit des Charakters und wesentliche Verhaltensmerkmale der Rolle. Details zu anderen Charakteren sind zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Ebenso erhielten die „Passagiere“ einen passenden Kostümvorschlag, den die meisten GästInnen mehr als gelungen umsetzten. Nach dem Sektempfang und einem kleinen Entrée lasen die TeilnehmerInnen an ihrem Tisch einen kleinen Monolog aus dem „Spielheft“ und lernten so den Plot und gleichzeitig die mutmaßlichen MörderInnen am Tisch kennen, sich selbst eingeschlossen. Zusätzlich manövrierten Detektiv Herlock Sloames als omnipräsente Stimme vom Band und die beiden Kulturreferentinnen durch den Abend. 

Während des Drei-Gänge-Menüs erfuhren die TeilnehmerInnen zu jedem Menüpunkt ein wenig mehr von der eigenen Vergangenheit, dem möglichen Mordmotiv und der Beziehung zum Mordopfer – ebenso von den Mitspeisenden. Die gegenseitige Anschuldigung und Verteidigung konnte nun beginnen. 

Angeregt plädierten und beschuldigten sich die GästInnen an den insgesamt fünf Tischen zu jeweils sieben bis acht Charakteren. Affektiert und überspitzt stellten die TeilnehmerInnen die Merkmale ihrer Figur gelungen dar, sei es nun mit einem Akzent bei dem russischen Wunderheiler Nicolai Rasputin oder mit britischen Über-Manieren bei Dr. Waterson. Doch wer nun der/die MörderIn war, blieb bis zuletzt verborgen. Aufklärung bot Herlock Sloames um etwa 23 Uhr. 

Im Januar wieder?

Die Bewertung der GästInnen fiel durchweg positiv aus. Mit einem anderen Plot wären alle gerne noch einmal Teil des Krimi-Dinners. Dies liegt nicht zuletzt an der detailreichen Umgestaltung des KulturCafés: Mit großen Kerzenleuchtern, dekorierten Tischen und selbst ausgewählte Musik aus der CD-Sammlung von Astrids Großvater. Dadurch war das Eintauchen in die Zeit  um 1910 ein Kinderspiel. Ebenso lobt Astrid die gute Leistung hinter den Kulissen: „Dank der vielen HelferInnen hat das hier hinten auch super funktioniert.“ Ein weiteres Dinner ist für Mitte Januar geplant.             

:Sarah Tsah

 
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