Tarifrunden gehen weiter
Metaller*innen auf der Straße
Bild: © IG Metall NRW
Gibt sich kämpferisch: Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen. Bild: © IG Metall NRW
Gibt sich kämpferisch: Knut Giesler, Bezirksleiter der IG Metall Nordrhein-Westfalen.

Arbeitskampf. Die Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) ist kämpferisch in die neue Tarifrunde gestartet. Erstmals sind auch tarifliche Vereinbarungen für duale Studierende im Gespräch.

Sechs Prozent mehr Lohn und eine zusätzliche Urlaubsvergütung von  1.800 Euro, so lauten die Forderungen der IG Metall zu Beginn der aktuellen Tarifrunde. Die hohen Forderungen begründet die Gewerkschaft mit der aktuell guten wirtschaftlichen Situation in der Stahlindustrie. „Alle Rahmendaten sprechen für eine ordentliche Entgelterhöhung“, betont IG Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer Knut Giesler. Die Stahlindustrie habe in den letzten Wochen Rekordergebnisse vermeldet, so Giesler. Nun sei es Zeit, daran auch die Beschäftigten teilhaben zu lassen. Auch aufgrund der moderaten Forderungen in den wirtschaftlich schwächeren Phasen der letzten Jahre will die Gewerkschaft größere Zugeständnisse.
 

Kein Entgegenkommen

Die IG Metall, die rund 72.000 Beschäftigte in der westdeutschen Stahlindustrie vertritt, sitzt mit dem Arbeitgeberverband Stahl am Verhandlungstisch. Andreas J. Goss, Vorsitzender des Arbeitgeberverbandes Stahl, nannte die Forderungen der Gewerkschaft schon zu Beginn der ersten Verhandlungsrunde im Januar „vollkommen überzogen.“ Vor allem die Urlaubsvergütung wurde in den ersten Verhandlungsrunden vehement abgelehnt. Nachdem die dritte Runde in diesem Punkt keinen Fortschritt brachte, kündigte die IG Metall die nun begonnenen Warnstreiks an. In Bochum beteiligten sich am vergangenen Dienstag 800 Beschäftigte der thyssenkrupp Steel Europe am Warnstreik. Laut IG Metall Bochum-Herne zeigte der Streikauftakt kämpferische Stahlarbeiter*innen. Besonders kämpferisch jedoch zeigten sich die Arbeiter*innen in Salzgitter: „Statt die Arbeitszeiten zu modernisieren, halten sie weiter an ihrer Herr-im-Haus-Mentalität fest. Diese Zeit aber ist Geschichte! Und das machen wir deutlich“, betonte Knut Giesler auf der örtlichen Kundgebung.
Neben mehr Lohn, Urlaubsvergütung für Beschäftigte und Auszubildende und Modernisierung der Arbeitszeiten fordert die Gewerkschaft die Verlängerung älterer Tarfiverträge zu Themen wie der Sicherung von Arbeitsplätzen und Altersteilzeit. Neu ist, dass die IG Metall mit den Arbeitgeber*innen auch über einen Tarfivertrag für duale Studierende im Stahlbau sprechen möchte. Für sie greifen die  Verträge zu Auszubildenen nicht.

:Justin Mantoan