„Was geschieht mit unseren Daten?“
Meine Daten, meine Privatsphäre?
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Blackbox in Autos, Maschinen in der Produktion, Aufzeichnung in Kameras und Angaben bei Facebook: In vielen Bereichen werden Daten erhoben.    Bild: mag
Blackbox in Autos, Maschinen in der Produktion, Aufzeichnung in Kameras und Angaben bei Facebook: In vielen Bereichen werden Daten erhoben.

Vortrag. Dr. Ralf Klinkenberg vom Unternehmen RapidMiner erklärte vergangenen Mittwoch im Blue Square bei der gleichnamigen Veranstaltung die Frage, „Was geschieht mit unseren Daten?“ Der Wunsch nach Sicherheit ist groß, aber was kann der Einzelne tun? Was kann die Gesellschaft tun?

Die Veranstaltung warf einen Blick auf ein Thema, das aktueller nicht sein könnte: unsere Daten. Tagtäglich sehen wir uns mit diesen konfrontiert. Sei es im Internet, in sozialen Medien, aber auch beim Sport oder im Supermarkt. Dr. Ralf Klinkenberg ist Co-Founder und General Manager des Dortmunder Unternehmens RapidMiner, das eine Software-Plattform für Data-Science-Teams ist.

Einsatzmöglichkeiten

Ein wichtiger Punkt bei der Verarbeitung von Daten ist das Maschinelle Lernen. Klinkenberg nennt als Beispiel das Unternehmen Amazon. Wenn man ein Produkt bei Amazon in den Warenkorb legt, werden Produkte vorgeschlagen, die man dazu kaufen könnte. Vorausgegangen ist die Untersuchung, welche Produkte Kund*innen zusammenkaufen. Diese Wahrscheinlichkeit wird berechnet und auf andere Kund*innen übertragen, sodass diese Vorschläge bekommen. Damit läge Amazon meist richtig. „Oft bin ich positiv überrascht, was mir da alles empfohlen wird, das spart mir viel Zeit und ich vergesse nicht so leicht, was ich dazu noch einkaufen sollte“, meint Klinkenberg. 

Auch in der Polizeiarbeit helfen solche Voraussagungen zum Beispiel bei Fußballspielen. Die Polizei weiß erfahrungsgemäß, bei welchen Spielen es zu Gewalt kommen kann und wie viele Leute man einsetzen sollte, um Präsenz zu zeigen. „Es geht darum, eine unerwünschte Handlung zu vermeiden oder unwahrscheinlicher zu machen“, erklärt der Co-Founder. Kritischer sehe dies wieder bei Kameras aus. Die Aufnahmen ermöglichen ein schnelles Eingreifen der Polizei, können das Verbrechen beweisen und durch das Sammeln von Daten Vorhersagungen ermöglichen. „Bei Videoüberwachung zucken die Meisten schon zusammen“, so der Vortragende. Wenn zum Beispiel eine Demonstration aufgezeichnet wird, stellen sich die Demonstrierenden die Frage: Wer sieht das? Welchen Zweck und Konsequenzen hat das?

Einen Vorteil bei der Erhebung von Daten gibt es in der Industrie. „Man könnte voraussagen, ob eine Maschine ausfällt oder fehlerhaft produziert“, erklärt Klinkenberg. Wenn das früh erkannt wird, kann die Produktion gestoppt werden. Zum Beispiel kann der Stahl erneut eingeschmolzen oder für andere Sachen verwendet werden, was viel Energie spart. 

Ein weiteres stark diskutiertes Thema ist Facebook. „Es gab Studien, dass die eigenen Präferenzen von Facebook genauer vorhergesagt werden als von Freunden und Bekannten“, so der Vortragende. Die Privatsphäre sei im Fluss und abhängig vom persönlichen Erfahrungswert. Aber was ist das, was wir schützen wollen? Auch andere Apps erfassen Daten. Man kann bei Unternehmen erfragen, welche Daten von einem gesammelt worden sind. Auch in den Erklärungen steht drin, was und wofür die Daten gesammelt werden. Ist dies nicht der Fall, kann man es dem Datenschutzbeauftragten des Landes melden: „Daten dürfen nur zweckgebunden erhoben und erweitert werden.“

Was kann ich tun?

Zum einen sollte bei der Erziehung das Bewusstsein für Privatsphäre geschärft werden. Dann kann man selbst entscheiden: Was nutze ich? Man kann alternative Produkte nutzen, für die man das Umfeld aber noch begeistern müsste. Insgesamt meint Klinkenberg: „Man sollte sich bewusst entscheiden und ein Verständnis dafür schaffen.“

:Maike Grabow
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