Bochums Jammerspiele
Mehr Geld für die freie Kunst
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Die Kulturlandschaft in Bochum ist noch vielfältig: Eine Erhöhung der Finanzierung der freien Kultur ist existentiell. Bild: bena
Die Kulturlandschaft in Bochum ist noch vielfältig: Eine Erhöhung der Finanzierung der freien Kultur ist existentiell.

Kampagne. „Zehn Prozent – Nice Preis“ eine Bewegung der Freien Kulturszene Bochum, die auf die Missstände der Kulturfinanzierung hinweist.

Als Katharsis bezeichnete Aristoteles die Reinigung von den Leidenschaften, die aus der Tragödie heraus beim Publikum erzeugt wurde. Jammer, Schauder und ähnliche Gemütserregungen könnten ohne das Kulturangebot auf den Bochumer Bühnen, welches von Träger*innen und Initiativen der freien Kultur veranstaltet wird, bald passé sein. Die freien Kulturschaffenden und Künstler*innen, die mehr als die Hälfte zur Kulturvielfalt Bochums zusteuern, bekommen aktuell weniger als vier Prozent der städtischen Förderung aus dem Kulturhaushalt, wie aus der Pressemitteilung der freien Kulturszene hervor geht. Deshalb sei ein Großteil der freien Kulturszene total unterfinanziert und viele bekämen überhaupt keine kommunale Förderung, so Kristin Schwierz, im Namen der „Kampagnen-AG“ des Kulturstammtisches.
„Im Herbst sind Kommunalwahlen und jetzt ist der Zeitpunkt, an dem die Parteien sich inhaltlich dafür aufstellen. Wir möchten, dass Kulturpolitik ein starkes Thema wird und setzen darauf, dass die Parteien das aufgreifen“, fügt Schwierz an. Wichtig ist dem Kollektiv vor allem, das Thema in die Stadtgesellschaft zu tragen. Denn dann könne die Stadtgesellschaft aufmerksamer wahrnehmen, wie sich die Parteien zu wichtigen Themen positionieren. Schwierz ergänzt: „Die grundlegende Frage dahinter ist doch: Wie viel ist uns in der Stadt die Kultur wert? Das ist eine politische Frage, die nicht nur, aber unbedingt auch im Wahlkampf diskutiert werden sollte.“ Als Kulturstadt stehe Bochum sowie die Politik in der Verantwortung, denn beide Organe wissen, dass die freie Kultur ein wichtiger Teil für das Kulturleben in Bochum ist. Jedoch müsse sich das auch in der Finanzierung derer zeigen.
Kristin Schwierz sagte abschließend: „Natürlich haben wir die Hoffnung, dass die Politik unsere Forderung ernst nimmt, weil sie ihrer Verantwortung gerecht werden.“ Ob die Erhöhung des Kulturetats auf zehn Prozent dann wirklich beschlossen wird, hänge jedoch letztendlich von den gewählten politischen Vertreter*innen ab. Das Kollektiv zeigt sich auf jeden Fall gesprächsbereit.                     

:Abena Appiah