Kontroverser Filmwettbewerb „99 Fire Films“
McMovies sind einfach gut
Foto-Quelle: Tim Linke/ www.tclink.de
Dreharbeiten unter professionellen Bedingungen: Ein Bochumer Filmteam ist trotz der strengen Vorgaben überzeugt von „99 Fire Films“.Foto-Quelle: Tim Linke/ www.tclink.de
Dreharbeiten unter professionellen Bedingungen: Ein Bochumer Filmteam ist trotz der strengen Vorgaben überzeugt von „99 Fire Films“.

Film. Der Wettbewerb „99 Fire Films“ sorgt für Kontroversen. Der Grund ist die Förderung durch Konzerne, in diesem Jahr „McDonalds“.

Die Vorgaben waren klar: 99 Sekunden sollte die Filmlänge betragen, die Dreharbeiten maximal 99 Stunden. Soweit die Rahmenbedingungen von „99 Fire Films“. Doch der jährliche Filmwettbewerb wird seit Jahren unter Filmschaffenden kontrovers diskutiert. Der Grund ist die Förderung durch mächtige Konzerne. In diesem Jahr war die Fastfood-Kette „McDonalds“ der Hautsponsor. Prompt gab es für die eingereichten Clips weitere Bedingungen: Ein „Ich liebe es Moment“, so einer der „McDonalds“-Werbeslogans, sollte in den Filmen vorkommen. Genauso wie verschiedene Produkte der Gastronomie-Kette in den Szenen auftauchen mussten.

Vorteile überwogen für die TeilnehmerInnen

Von den rund 3.100 TeilnehmerInnen stehen noch bis zum 21. Februar eine „TOP 99“ per Publikumsvoting zur Auswahl. Wer Geldgeber war, sieht man diesen Clips an. Die Erfahrung mit den Vorgaben machte auch ein Filmteam von Bochumer Studierenden des SAE-Instituts, einer privaten Hochschule für Medienschaffende. Im Dortmunder Novum Hotel Unique haben sie den Film „Every Time is a good time“ gedreht. Und die Hamburger oder Pappbecher mit dem goldenen M haben auch in diesem Clip prominente Gastauftritte. Dass  „99 Fire Films“ durch Konzerne gefördert wird, war den filmschaffenden TeilnehmerInnen von vornherein klar gewesen. Aber die Vorgaben von „McDonalds“ haben in diesem Jahr vielen nicht gefallen, wie Frederic Eynck aus dem SAE-Filmteam im Gespräch mit der :bsz erzählt: „Dieses Jahr war das so offensichtlich, dass es noch kontroverser wurde.“ Auch die Urheberrechte mussten die FilmemacherInnen komplett an „99 Fire Films“ abtreten. „Das ist natürlich schon hart“, so Eynck. 

Trotzdem entschied sich das Filmteam um Eynck, am Wettbewerb teilzunehmen: „Für uns ist der Nutzen natürlich größer als die Nachteile.“ Das beginne schon bei den Produktionsbedingungen, wie der Aufnahmeleiter und Produzent erklärt: „Als Student kommt man selten dazu, so einen Film mit einem 30-köpfigen Filmteam umzusetzen. Das ist jetzt für uns professionelles Arbeiten.“    

 :Benjamin Trilling