Wahlbeteiligung bei Senats- und Fakultätsratswahlen erschreckend gering
Make Elections Great Again!

Kommentar. Am 20. Juni haben die Wahlen für den Senat und die Fakultätsräte stattgefunden. Dies ist ein Appell an die Studis.

Wahlen stehen vor der Tür – und nicht erst im September! Zwischen Landtags- und Bundestagswahl das politische Bewusstsein abzuschalten, ist wohl für die meisten Studierenden gängige Praxis. Wie kann man sonst ignorieren, dass jede Entscheidung, Verweigerung und Bewegung politisches Potenzial hat? Auch das Tragen eines Primark-

Pullovers ist ein politisches Statement, das schreit: Hey, unter dem Deckmantel „GlobalisierungsfreundIn“ befürworte ich Kinderarbeit und Ausbeutung, um die Maschinerie, die soziale Ungleichheit befördert, anzutreiben. Außerdem habe ich keinen Sinn für Mode. 

Was will er?

Wir tragen politische Verantwortung, die wir zumindest durch unser Wahlrecht wahrnehmen sollten. Ein Blick auf die Wahlen lassen jede Hoffnung auf politisches Bewusstsein ersticken. Bei der vorletzten Senatswahl am 14. Juni 2016 beteiligten sich beispielsweise 46 von 7.247 Wahlberechtigten (0,63%) an der Fakultät für Philologie. Die höchste Wahlbeteiligung lag in diesem Turnus bei 8,73% (Psychologie) – der Schnitt bei 2,4%. Doch für die Fakultät für Philologie ist das als größter Verwaltungskomplex und mit den meisten Wahlberechtigten ein besonders herbes Armutszeugnis. 

 

Was muss passieren?

Auch diesjährige Wahlen verheißen nichts Gutes. Blickt man auf die Fakultätsratswahlen, begegnet uns ein Sorgenkind: die Philologie. Vier der sieben (!) wählbaren KandidatInnen sind im Fachschaftsrat Theaterwissenschaft aktiv, zwei der WahlhelferInnen ebenfalls. Eine Fachschaft mit 439 Studierenden. Und keine einzige Wahlnominierung von insgesamt 2.302 Studierenden aus der Germanistik.

Bahh, da hat man sie erkämpft, diese lästige Demokratie und dann zwingt sie eineN ständig, sich an ihr zu beteiligen. Sie bedarf so viel Aufmerksamkeit, dass die WählerInnenschaft das Interesse verliert. Vielleicht ist das der Fehler? Vielleicht sollte Demokratie „hard to get“ spielen, um sich wieder attraktiver für die WählerInnen zu machen.        

:Marcus Boxler