Gute Idee für Zwischennutzung? Ideen an den Stadtbaurat!
Leere der Stadt
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Rote Ampel für Leerstand: Zwischennutzung kann wie im Bremer Beispiel eine Alternative zu Quartiers-Ödnis sein. Bild: lor
Rote Ampel für Leerstand: Zwischennutzung kann wie im Bremer Beispiel eine Alternative zu Quartiers-Ödnis sein.

Wohnraum. Der Bahnhof Langendreer lud zur Diskussion. Mit dabei: Stadtbaurat Markus Bradtke und die ZwischenZeitZentrale Bremen. 

Sommer 2017: Um auf die Leerstands-Situation in Bochum hinzuweisen, besetzen mehrere AktivistInnen ein Gebäude an der Herner Straße (:bsz 1129). Die Herner Straße 131 ist nur das jüngste Beispiel einer Reihe von Aktionen rund um das Thema Wohnraum in Bochum. Doch wie sollte mit Leerständen umgegangen werden? Dieser Frage widmeten sich Daniel Schnier und Clara von den Driesch von ZwischenZeitZentrale (ZZZ) Bremen, sowie der Bochumer Stadtbaurat Markus Bradtke im Rahmen einer Diskussion im Bahnhof Langendreer am vergangenen Donnerstag. Dieser war selbst, wie Moderatorin Kristin Schwiertz erzählt, an Zwischennutzungen von Leerstand beteiligt. Das Ziel sei, „der Ödnis des Leerstandes möglichst nicht nur temporär ein Ende zu machen.“

So kann’s gehen

Hilfreichen Input sollte das Bremer Konzept von ZZZ bieten. Das 2009 gegründete Büro dient vor allem als Mediator zwischen Stadt und AkteurInnen. Letztere werden bei der Umsetzung von Konzepten unterstützt: Vermittlung von infrage kommenden Gebäuden für die Zwischennutzung; Unterstützung bei bürokratischen Angelegenheiten. „Wir sind Vermittler, Zwischennutzer und Zwischennutzerinnen“, fasst Schnier zusammen. Dies funktioniere in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Bremen, den einzelnen Senatoren und dem Stadtrat selbst. Eine Vorgehensweise, die sich durchaus auch für Bochum lohnen würde, obwohl aus Sicht Bradtkes die Stadt gute Ansätze für Wohnraumnutzung liefere. Projekte wie „Bloon“ (:bsz 1094) oder der Bahnhof Langendreer selbst bewiesen dies. Insgesamt gehe Bochum das Thema allerdings weniger professionell als Bremen an. Die Zwischenschaltung eines Akteurs, wie der ZZZ als Vermittler zwischen Stadt und potentieller ZwischennutzerIn, sei eine Überlegung wert. „Es gibt das Interesse vonseiten der Stadtverwaltung auch mehr zu machen und spannende Projekte zu unterstützen.“ Mehrere Wortmeldungen innerhalb der Diskussion deuten jedoch auf eine etwas andere Einschätzung vonseiten des Publikums. Bradtke macht jedoch deutlich: Wer ein Konzept habe, könne dem Stadtbaurat eine E-Mail schreiben – allerdings mit der Einschränkung einer konkretisierten Ausformulierung samt erster Planskizze. „Mir kann jeder Bürger jederzeit eine Mail schreiben.“

:Andrea Lorenz