Neue Datenbank zur osmanischen Geschichte online
Lücken geschlossen, Datenbank am Netz
Bild: RUB, Marquard
Nach vier Jahren zufrieden: Das Team rund um Prof. Koller (z.v.r.).  Bild: RUB, Marquard
Nach vier Jahren zufrieden: Das Team rund um Prof. Koller (z.v.r.).

Ruhr-Universität. Mitglieder der Fakultät für Geschichtswissenschaften und der Universitätsbibliothek haben eine Datenbank zur osmanischen Geschichte realisiert.

Die Forschung zur online frei einsehbaren Datenbank beinhaltet Informationen über Schriftquellen zur Geschichtsschreibung in den osmanischen Provinzen Südosteuropas vom späten 15. bis zum 18. Jahrhundert und wurde seit 2014 von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt. Initiiert wurde das Projekt von Prof. Markus Koller, Lehrstuhlinhaber für die Geschichte des Osmanischen Reiches und der Türkei, und Dr. Erdmute Lapp, Direktorin der Universitätsbibliothek.

Ziel der Forschung sei es, die Entstehungsgeschichte von historischen Quellen zu rekonstruieren. „Wir haben alle Texte gelesen, ihre Entstehungsgeschichte rekonstruiert und diese in der Datenbank dokumentiert“, betont Koller.

In der Datenbank sind alle digital verfügbaren Quellen verlinkt. Für Quellen, die einzig in Papierform existieren, wird der Standort möglichst genau angegeben. Da die Quellenlage nach dem 18. Jahrhundert umfangreicher sei, habe man sich für den nun erforschten Zeitraum entschieden.

Eine weitere Besonderheit der Datenbank sei die möglichst genaue Aufarbeitung der Editionsgeschichte einzelner Quellen. Hieraus resultiert ein zurzeit mehr als 3.500 Einträge starkes Verzeichnis an Sekundärliteratur, das nach dem Willen der ForscherInnen in Kürze auf mindestens 9.000 Datensätze anwachsen soll.

Neue Forschung anstoßen

Geht es nach Koller, so wächst auch die Primärdatenbank weiter und animiert zur Fortführung der Forschung: „Wir haben das Projekt nachhaltig angelegt, damit die Datenbank nach Projektende nicht einschläft.“ Um dieses Ziel zu erreichen, baut das Forschungsteam momentan ein Advisory Board auf, in dem sich ForscherInnen, Bibliotheken und Archive regelmäßig austauschen sollen, um das Projekt im Bewusstsein zu halten.

Koller hat für die weitere Fortführung des Projekts konkrete Wünsche: „Wir hoffen, dass unsere Datenbank neue Forschungsideen zur osmanischen Geschichte in dieser Epoche stimulieren wird.“

Die englischsprachige Datenbank ist unter hoe.ub.rub.de abrufbar.

:Justin Mantoan