ForscherInnen aus Japan zu Gast in Bochum
Kooperation mit Japan
Bild: RUB, Marquard
Kooperation: Bei den International Science Days trafen sich deutsche und japanische WissenschaftlerInnen. Bild: RUB, Marquard
Kooperation: Bei den International Science Days trafen sich deutsche und japanische WissenschaftlerInnen.

Tagung. Bei den RUB International Science Days trafen sich ForscherInnen, um über eine neue Gesellschaftsform zu sprechen.

Fortschritt in der Forschung ist am einfachsten, wenn sich Netzwerke bilden. Daher tagten in der vergangenen Woche RUB-ForscherInnen mit über 40 WissenschaftlerInnen, die von japanischen Top-Universitäten nach Bochum angereist sind, um über Folgen und Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz (KI) nachzudenken. Die Japan Science Days fanden innerhalb der ersten International Science Days statt. „Während Japan in der Vergangenheit eher in Richtung USA schaute, vermehrt sich mittlerweile die Kooperation mit deutschen Universitäten“, so Keiichi Aizawa, Linguist der Universität Tsukuba, die neben den Universitäten Tokio und Osaka eine der drei japanischen Partneruniversitäten der RUB ist. Für Japan habe man sich als Partner für die ersten Science Days entschieden, da sich das Land und Deutschland in vielen Punkten sehr ähneln, wie zum Beispiel den Wirtschafts- und Rechtssystemen, aber auch dem demographischen Wandel hin zu einer alternden Gesellschaft.

Technologischer Wandel

Das Thema der zunehmenden Digitalisierung wurde aus vielen Blickwinkeln betrachtet. Denn die kommenden technologischen Fortschritte werden weitreichende Auswirkung auf fast alle Bereiche des Lebens haben. Ein Problem, das Prof. Yasuo Kuniyoshi von der Universität Tokio benennt, ist der sogenannte „data bias“, bei dem Algorithmen aufgrund von einseitigen Datenverlagerungen verzehrte Ergebnisse liefern können – wenn beispielsweise die Bildsuche nach „grandma“ überwiegend Bilder von weißen Omas liefert und selbstlernende Algorithmen deshalb nur weiße Frauen als Omas erkennen. „Die Neigung ist schon in den Daten im Netz. Das System selbst ist zuverlässig“, sagt der KI-Wissenschaftler aus Tokio. Diese Bedenken fanden sich auch im Eröffnungsvortrag der ehemaligen Vorsitzenden des „Council for Science, Technology and Innovation“, Yuko Harayama, wieder. Sie plädierte dabei für einen „nicht Technologie-basierten Ansatz, sondern für einen Menschen-basierten Ansatz” bei der Beschäftigung mit diesen Feldern.

:Stefan Moll

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